Schutzmechanismen bei Insekten: 'Explosionen'


Eine Besonderheit stellen die Bombardierkäfer Brachinus crepidans und Brachinus explodens aus der Familie der Laufkäfer (Carabidae) dar. Sie haben eine äußerst wirksame chemische Abwehrwaffe entwickelt. Bei Beunruhigung stoßen die Käfer explosionsartig ätzende, ca. 100°C heiße Chinone aus, die eine deutliche Abwehrwirkung auf Freßfeinde haben.


Die biochemischen Prozesse dieser Explosionen:

Im Abdomen des Käfers liegt ein 3-teiliges Organ: Auf eine Drüse mit Ausführgang schließt sich ein verschließbares Reservoir an, darauf folgt die eigentlich Brennkammer. In die Brennkammer werden aus den Wändenzellen Kataslase und Peroxidase abgeschieden. Die Katalase setzt aus dem H2O2 Sauerstoff frei, dieser reagiert, beschleunigt durch die Peroxidasen, mit dem Hydrochinon. Es baut sich bei diesem chemischen Prozeß ein hoher Druck auf. Die gelblichen Chinone werden so als heiße Gaswolke nach außen ausgestoßen.

Die Käfer können die Chinonwolke durch Biegen des Hinterleibes gezielt in Richtung der Freßfeinde 'abschießen'. Es sind mehr als 20 Entladungen möglich, jede dieser Entladungen besteht aus 10-20 Einzelexplosionen.


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Bestimmungsübungen an Insekten

Last modified: 09/07/02