Physikalische Kieme

[ Atmung ]


Die Physikalische Kieme ist eine Anpassung an das Leben im Wasser. Eine Reihe von Arten nehmen einen Luftvorrat mit unter die Wasseroberfläche. Aus diesem beziehen sie während der Tauchzeit ihren Sauerstoff. Mit zunehmendem Verbrauch des Sauerstoffs in der Luftblase diffundiert in gewissem Umfange Sauerstoff aus dem Wasser in die Luftblase ein. Man spricht von einer physikalischen Kieme.

  • Beim Gelbrandkäfer Dytiscus sitzen die Stigmen auf der Dorsalseite des Abdomens und stehen so mit dem sich unter den Deckflügeln (Elytren) befindenden Luftvolumen in Verbindung.

Atmung des Gelbrandkäfers

  • Andere Arten mit einer physikalischen Kieme sind z.B: der Rückenschwimmer Notonecta oder die Wasserspinne Argyroneta.

  • Das Nachdiffundieren von Sauerstoff ist für die Tiere von großer Bedeutung. Notonecta stirbt in N2-gesättigtem Wasser nach 5 Minuten ab, kann aber in sauerstoffreichem Wasser bis zu 6 Stunden überleben.


Warum muß dieser Luftvorrat regelmäßig erneuert werden ?

Taucht das Tier in das Wasser ab, so erhöht sich der Gesamtdruck in der Luftblase, Sauerstoff und Stickstoff diffundieren ins Wasser. Dadurch verringert sich jedoch das Volumen der Luftblase, der Gesamtdruck sinkt in der Blase jedoch nicht ab.

Wird nun Sauerstoff vom Tier verbraucht, so erhöht sich der N2-Partialdruck in der Blase weiter, Stickstoff wird noch stärker ins Wasser abgegeben und die Blase wird so noch kleiner.

Einige Tierarten haben sich mit der Ausbildung eines Plastrons von der Lufterneuerung an der Wasseroberfläche weitgehend unabhängig gemacht.


Bestimmungsübungen an Insekten

Last modified: 02.08.01