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Biologie der Libellen (Odonata) |
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[ Verbreitung , Imagines , Larven , Biologie , Systematik , Schutz , Literatur , Links ] |
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Flug |
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Libellen sind ausgezeichnete Flieger. Sie können Geschwindigkeiten von bis zu 40 km/h erreichen. Durch die besondere Flugmuskulatur können manche Arten sogar rückwärts fliegen. Libellen haben mit zu 30 Flügelschlägen pro Sekunde nur einen vergleichsweise langsamen Flügelschlag, der dadurch jedoch (zumindest für das menschliche Ohr) lautlos erfolgt. |
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Ernährung |
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Die Imagines ernähren sich räuberisch. Die Beute wird von ihnen optisch wahrgenommen und im Flug gefangen. Gelegentlich wird die Beute jedoch auch von der Unterlage abgefressen (z.B. Blattläuse). Beute kann, dank des ausgezeichneten Sehvermögens, auf eine Entfernung von bis zu 30-40 m erkannt werden. Bei der Beute handelt es sich meist um kleinere Insekten wie Fliegen und Mücken. Weibchen werde gelegentlich zu Kannibalen. Durch die hohe Eiproduktion benötigen sie besonders viel Nahrung. |
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Die Larven entwickeln sich im Süßwasser. Wie die Imagines sind sie recht räuberisch und greifen bei Nahrungsmangel auch Artgenossen an. Mit ihrer Fangmaske können sie die Beute in 20 ms blitzartig ergreifen. Es handelt sich meist um sich bedächtig fortbewegende Lauerjäger. Bei Gefahr können sie aber rasch fliehen, im Falle der Anisopteren wird dabei Wasser aus dem Enddarm ausgestoßen. Bei den Zygopteren erfolgt die Flucht durch Seitwärtsschlagen des Abdomens, wobei die blattförmigen Anhänge des Hinterleibes als Ruder dienen. |
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Paarung |
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Die Männchen mancher Arten bilden am Rande der Brutgewässer Reviere, die sie gegen Artgenossen verteidigen. Die Reviergröße ist artspezifisch unterschiedlich groß, liegt oft aber bei einigen m² . |
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Beim Männchen liegen die Ausmündungen der Hoden (ventral am 9. Abdominalsegment) und das komplizierte Kopulationsorgan (2. und 3. Abdominalsegment) weit auseinander. Deshalb muß es zuvor mit Samenzellen gefüllt werden. |
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Sie besitzen zu Greiforganen umgewandelte Cerci, mit denen sie die Weibchen bei der Kopula greifen. Selbst bei der Eiablage verbleiben die Männchen oft noch in Paarungsstellung, um eine weitere Begattung der Weibchen durch andere Männchen zu vermeiden (Spermienkonkurrenz). Die Paarung erfolgt in Form eines Paarungsrades. |
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Die Kopula ist nicht ganz ungefährlich, viele Tiere werden Opfer von Räubern. |
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Eiablage |
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Die Eiablage verläuft bei den einzelnen Arten unterschiedlich ab. Die Weibchen mancher Arten legen ihre Eier in lebendes Pflanzengewebe ab (endophytische Eiablage), andere an pflanzliches Gewebe (exophytische Eiablage). Bei anderen Arten wiederum werden die Eier sogar unter Wasser abgelegt. Viele Anisopteren legen die Eier im Fluge ab. Das Weibchen tupft dabei mit dem Abdomen auf die Wasseroberfläche oder die Eier werden in den Schlamm eingestochen. Bei einer ganzen Reihe von Arten erfolgt die Eiablage im Tandemflug. |
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Larvalentwicklung |
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Aus dem Ei schlüpft eine Junglarve, die zunächst noch von einer dünnen Hülle umgeben ist. Dieses Stadium wird als Prolarve bezeichnet. |
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Die Larvalentwicklung hängt von einer Reihe von Faktoren ab (z.B. Klima, Nahrungsangebot und Gewässerzustand), unterscheidet sich dann aber auch bei den einzelnen Gruppen und Arten. Im Falle von Lestes-Arten liegt sie z.B. bei 2-3 Monaten, bei Arten der Aeshnidae oft jedoch bei 2-3 Jahren. In dieser Zeit häuten sie sich 10-15 mal. Die Larvalentwicklung von Epiophlebia superstes stellt mit 8 Jahren dabei ein Extrem dar. |
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Im Gegensatz zu den holometabolen Insekten fehlt bei den Libellen ein Puppenstadium. Schlupfbereite Larven verlassen das Wasser, um angeklammert an Stengeln oder Blättern die Imago zu entlassen. Zurück bleibt die leere Larvalhaut (Exuvie). |
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Zum Schlüpfen pumpt die Larve Hämolymphe in Thorax und Kopf und 'schluckt' gleichzeitig Luft. Hierdurch reißt die Cuticula entlang der Rückennaht auf, aus diesem Spalt entsteigt die Imago. Sie verweilt noch für eine gewisse Zeit an oder in der Nähe der leeren Larvenhaut, damit der Körper die Cuticula aushärten (sklerotisieren) kann, in die entfalteten Flügel wird Hämolymphe gepumpt. Noch bevor die Flügel vollständig ausgehärtet sind, startet die Libelle zu ihrem ersten, dem sogenannten Jungfernflug. |
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Noch ein Beispiel: |
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Überwinterung |
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Der überwiegende Teil der mitteleuropäischen Arten überwintert im Larven- oder Eistadium. Die Gemeine Federlibelle (Sympecma fusca) und die Sibirische Winterlibelle (Sympecma paedisca) stellen hier eine Ausnahme dar. Deren Imagines verfallen zu Winterbeginn in eine Kältestarre und werden erst wieder im Frühjahr des darauf folgenden Jahres aktiv. Dabei können sie Temperaturen von bis -17°C ertragen. Ereichen die Imagines der meisten Arten nur ein Alter von höchstens 6-9 Wochen (meist aber nur von 14 Tagen), so können die Imagines dieser beiden Arten bis zu 11 Monate alt werden. |
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Feinde |
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Auch Libellen haben Feinde! Viele werden Opfer von Vögeln, andere von Spinnen, Wespen oder Ameisen. |
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