Ord. Notoptera


Der erste Vertreter dieser altertümliche Gruppe wurde erst 1913 in Nordamerika durch den kanadischen Entomologen Walker entdeckt. Auf Grund ihrer Morphologie stehen sie zwischen den Heuschrecken und den Schaben und gleichen vom Habitus der Dipluren-Gattung Campodea. Walker ordnete sie deshalb den Saltatoria zu. Erst 10 Jahre später schuf man die neue Ordnung der Notoptera mit der einzigen Familie Grylloblattidae.


Verbreitung

Von dieser Ordnung kennt man lediglich 15 Arten, die in Nordamerika, Japan und Ostasien leben.


Merkmale

Körper

Die flügellosen, 1 bis 3 mm langen, schlangen Tiere sind haben nur einen schwach sklerotisierten Körper. Der gelblich gefärbt und fein behaart ist.

Kopf

Der prognathe Kopf trägt halbkörperlange Antennen, mit einem Grundglied und 29-40 Geißelgliedern. Es finden sich nur kleine Komplexaugen, die lediglich aus 60 Einzelaugen bestehen, Stirnaugen (Ocellen) fehlen. Die Mundwerkzeuge sind vom beißend-kauenden Typ.

Thorax

Er besteht aus 3 primitiven, gegenseitig beweglichen Segmenten. Die kleinen Beine tragen 5-gliedrige Füße.

Abdomen

Das Abdomen setzt sich aus 10 deutlich erkennbaren Segmenten zusammen. Am letzten Segment inserieren 2 lange Cerci.


Biologie

Vorkommen

Notopteren sind reine Hochgebirgsbewohner. Sie leben an der oberen Waldgrenze in feuchtem Moos und abgestorbenen Holz, in Felsspalten oder zwischen Steinen.

Entwicklung

Auf Grund der geringen Nahrungsaufnahme und des niedrigen Stoffwechsel haben die Tiere eine lange Entwicklung. Oft werden die Männchen von den Weibchen nach der Begattung aufgefressen. Die Eiablage erfolgt erst 1 Jahr später. Die Eier werden in Moos angelegt, die Embryonalentwicklung liegt bei einem Jahr. die Juvenilentwicklung liegt bei 5 Jahren, in der sich die Tiere 8 mal häuten. Die Lebenserwartung der Imagines beträgt 1-2 Jahre! Diese für Insekten ungewöhnlich lange Entwicklungszeit dürfte mit den niedrigen Vorzugstemperaturen zusammenhängen, die nur kurz über dem Gefrierpunkt liegen. Notopteren ertragen Temperaturen von bis zu -6°C, reagieren aber empfindlich auf höhere Temperaturen.


Bestimmungsübungen an Insekten

Last modified: 03.03.02