Beschaffenheit der Hämolymphe

[ Körper , Blutkreislauf : Hämolymphe - Hämocyten , Plasma ]


Die Leibeshöhle der Insekten wird durch die Hämolymphe ausgefüllt. Diese Leibeshöhlenflüssigkeit enthält zum einen Plasma, zum anderen die Blutzellen (= Hämocyten).


Eigenschaften der Hämolymphe

Die Hämolymphe macht immerhin 5-40% des gesamten Wasserhaushalts des Tieres aus. Die Menge hängt u.a. von der Art, dem Entwicklungs- und Ernährungszustand, sowie von diversen Außenfaktoren (z.B. Temperatur, Luftfeuchtigkeit) ab. Sie kann farblos, aber auch durch Pigmente gefärbt sein. Ihre Dichte liegt bei 1.012-1.070, die osmotische Konzentration bei 215 bis 593 mOsmol. Hohe Werte sind besonders bei frostresistenten Arten zu beobachten. Ihr pH-Wert liegt meist im leicht sauren Bereich (pH 6.4-6.8).


Die Hämolymphe hat zahlreiche Aufgaben:

  • Sie dient dem Transport von Nährstoffen, Ionen, Hormonen und von entstandenem CO2 (O2 wird nur in Ausnahmefällen transportiert).

  • Eine weitere wichtige Funktion liegt im Temperaturausgleich.

  • Bei der Häutung (Ecdysis) wird mit Hilfe der Hämolymphe auf präformierte Bruchlinien Druck ausgeübt, so daß die alte Haut an dieser Stelle aufreißen kann. Nach dem Schlupf der Imago werden, wenn vorhanden, die Flügel allmählich ausgebreitet.

  • Hämolymphe is osmoregulatotisch tätig. Da sei alle inneren Organe und Gewebe umspielt, kann sie Schwankungen des physikalisch-chemischen Gleichgewichts ausbalancieren.

  • Die Hämolymphe sorgt für den Verschluß von Wunden (Koagulation).

  • In einigen Fällen, z.B. bei den Larven der Keulhornblattwespen (Cimbicidae), dient sie auch als Abwehrmechanismus. Bei Gefahr kann Hämolymphe in Form eines scharf gebündelten Strahls in Richtung des Gegners ausgestoßen werden (Reflexblutungen).

  • Hämocyten können Abwehrstoffe gegen Pathogene und Parasitoide synthetisieren.


Gewecke, M. (Hrsg.) 1995 : Physiologie der Insekten. Gustav Fischer Verlag, Stuttgart, Jena, New York, 445 Seiten.


Bestimmungsübungen an Insekten

Last modified:22.02.02