Der Praetarsus der Insekten

[ Körper , Thorax , Thorakalbeine , Tarsus ]

Das letzte Tarsalsegment des Fußes wird auch als Praetarsus bezeichnet. Es trägt die Krallen und eine Reihe weiterer Anhänge.

Der Prätarsus kann bei den einzelnen Insekten-Gruppen unterschiedlich ausgebildet ein:

Er kann aus einer einzigen Klauen (Unguis) bestehen. Er kann aber auch aus einem Paar von Klauen und einem weichhäutigen Haftlappen (Arolium) bestehen. Zusätzlich oder anstelle des Aroliums können noch ein Paar weichhäutiger Haftlappen (Pulvillen) und ein unpaarer Fortsatz (Empodium) ausgebildet sein. Die Haftlappen sind meistens fein beborstet.


Die Haftpolster, bisher von keiner Technik übertroffen!

Besonders für Insekten, die auf Pflanzen leben, ist die Fähigkeit an dieser weichen und teilweise glatten Oberfläche Halt zu finden, ausgesprochen wichtig. Verantwortlich hierfür ist das Arolium. Es handelt sich dabei um einen Haftlappen. Zwischen Oberfläche und Arolium sorgt eine dünner Flüssigkeitsfilm für den Hafteffekt. Auf diese Weise können z.B. Fliegen an einer Glasscheibe sitzen.


Bei Untersuchungen an Ameisen konnte gezeigt werden, daß Arolium und Krallen 'eng zusammenarbeiten'. Zunächst versucht das Tier mit Hilfe der Krallen Halt zu finden. Gelingt dies nicht und rutscht es ab, so werden die Krallen eingezogen und das Arolium kommt zum Einsatz. Es wird mit einer Flüssigkeit aufgepumpt, die aus einer Drüse ausgesondert wird. Das Arolium ragt nun zwischen den Krallen hervor und wird aufgesetzt, Der Flüssigkeitsfilm bewirkt den Hafteffekt. Vor dem nächsten Schritt wird es wieder entleert und zusammengefaltet, die Krallen kommen wieder zu m Einsatz. Dieser Prozeß dauert nur den Bruchteil einer Sekunde und kann ständig wiederholt werden. Der Hafteffekt ist dabei auf glatten Oberflächen größer als auf rauhen, was mit der Mikrostruktur des Aroliums zusammenhängt.

Insekten können so teilweise das 100fache ihres eigenen Körpergewichtes halten!


Bestimmungsübungen an Insekten

Last modified: 22.02.02