Malpighische Gefäße

[ Körper , Verdauungstrakt , Exkretionsorgane : Malpighische Gefäße ]


Schema der Malpighischen Gefäße

Die Malpighischen Gefäße sind gewissermaßen die »Nieren der Insekten« und die leistungsfähigsten Exkretionsorgane im Insektenkörper überhaupt. Es handelt sich um blind endende Ausstülpungen, die meist kranzförmig in den Pylorus münden. Oft münden sie nicht einzeln, sondern zu mehreren über ein kleines gemeinsames Rohrstück in den Enddarm.

Anzahl und Größe dieser Schläuche variieren bei den Arten. Sind wenige vorhanden, so können diese aber mehrfache Körperlänge erreichen. Die Malpighischen Gefäße sind durch Bänder oder Tracheenäste an die Organe befestigt und flottieren im Mixocöl. Das einschichtige Epithel ist, je nach Art, gleichförmig oder zonenweise verschieden ausgebildet.


Einige Zahlen:

Anzahl: 2 bis 200

Länge: 2 mm bis > 100 mm

Durchmesser: 30 mm bis 100 mm

Farbe: von klar, weißlich bis hin zu intensiv gelb


Funktion:

Die Wandzellen der Malpighischen Gefäße nehmen Exkretstoffe aus der Leibeshöhle auf. Diese Abfälle des N-Stoffwechsels bauen sie in Harnsäure um und sezernieren sie in den Enddarm. Daneben sind die Malpighischen Gefäße an der Regulation des Wasser- und Ionenhaushaltes beteiligt. Sie können Ca2+-Ionen speichern und bei einigen Hymenopteren und Coleopteren liefern sie die Vorstufen für die Seide des Puppenkokons.


Und so sieht die Realität am Beispiel der Schabe Periplaneta americana aus:

Malpighische Gefäße einer Schabe


Die Malpighischen Gefäße sind ektodermaler Herkunft, obwohl sie keine cuticuläre Intima besitzen, sondern einen Mikrovillisaum.


Bestimmungsübungen an Insekten

Last modified: 25.03.02