Eier

[ Stadien : Ei - Larve - Puppe - Imago ]


Die Eier der Insekten sind im Vergleich zu den Imagines relativ groß ausgebildet, da sie meist einen größeren Anteil an Eidotter enthalten.


Form & Größe

Die Form der Eier ist von Art zu Art recht unterschiedlich, sie reicht von einer kugeligen bis hin zur bananenförmigen Gestalt. In Abhängigkeit von der Lebensweise besitzen manche Arten respiratorische Organe, wie z.B. im Falle der Nepiden- und mancher Dipteren-Eier.

Auch die Größe der Eier variiert von Art zu Art und hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Bei Schmetterlingsarten, die in Form ihrer Eier überwintert, sind diese größer als Eier von solchen Arten, die im Larven- oder Puppenstadium überwintern (Reservestoffe).

  • Ältere Schmetterlingsweibchen legen oft kleinere Eier als jüngere Weibchen ab (Fitneß).

  • Eier endoparasitischer Hymenopteren sind meist relativ klein (oft nur 0.2 mm), da sie in die Wirte ablegt werden müssen.


Aufbau

Die Eier werden von einem Chorion umgeben. Dabei handelt es sich um eine Hülle, die von den Follikelzellen im Ovarium des Weibchens produziert werden. Die Dicke des Chorions schwankt selbst bei nahe verwandten Arten. Sie kann, in Abhängigkeit von der Lebensweise der Art, 1 mm bis 50 mm betragen. Bei manchen Arten findet ich auf der Innenseite des Chorions eine Wachsschicht, deren Funktion bisher noch nicht geklärt werden konnte. Bei anderen Arten ist das Chorion in Form zweier Schichten, dem Endochorion und dem Exochorion differenziert. Während die äußere Schicht (Exochorion) aus Proteinen besteht, enthält die innere Schicht (Endochorion) auch Kohlenhydrate.

Das Chorion ist oft mit Hohlräumen durchsetzt, besonders bei Eiern von Arten, die in einem feuchten Lebensraum abgelegt werden. In trockenen Biotopen ist die Anzahl dieser Hohlräume zum Schutze der Austrocknung stark reduziert.


Befruchtung

Damit das Ei befruchtet werden kann, befinden sich, meist am apikalen Pol des Eies, 1-2 mm breite Öffnungen, die Mikropylen. Ihre Anzahl variiert: Bei Acrididen sind 0-40 dieser Mikropylen kreisförmig angeordnet, bei Heteropteren schwankt die Zahl zwischen 0 und 70, ist aber bei den einzelnen Arten recht konstant.


Schlupf

Die Larven der meisten Arten schlüpfen aus den Eiern, indem sie sich eine Schlupföffnung beißen. Oft enthält das Chorion eingebaute Schwachstellen.Üben die schlupfbereiten Junglarven darauf Druck aus, platzen sie auf.

Diese Schwachstellen sind optisch von Außen zu erkennen und bilden meist einen kreisförmigen Bereich. Diese Art vin 'Deckel' wird auch als Operculum bezeichnet.


Gasaustausch

Der Gasaustausch erfolgt über Aeropylen und/oder über die Luftkanäle. Auch die Anzahl der Aeropylen schwankt, bei Callasobruchus findet sich nur eine, und in diesem Fall ist ihre Größe von ausschlaggebender Bedeutung.

Viele Insektenarten legen ihre Eier in Detritus oder in den Boden ab und sie sind dort periodischen 'Überflutungen' ausgesetzt. Da die Oberfläche des Chorions hydrophob ist, wird das Ei unter diesen Bedingungen von einer dünnen Luftschicht umgeben, durch die Sauerstoff aus dem umgebenden Wasser in das Ei gelangen kann. Das Chorion hat in solchen Fällen also Plastron-Funktionen! Eier, die wie bei Libellen in Gewässer abgelegt werden, erhalten den lebensnotwendigen Sauerstoff aus dem sie umgebenden Wasser. Das Chorion solcher Eier besitzt üblicherweise keine Öffnungen, und der Sauerstoff diffundiert durch dessen Wandung in das Ei.


Schutz

Eier, die nicht ins Wasser abgelegt werden, sind vor Austrocknung bedroht. Das Chorion stellt einen gewissen Schutz vor Austrocknung nach, möglicherweise aber vor allem die bei manchen Eiern an der Innenseite des Chorions angelagerte Wachsschicht (s.o.). Eier können aber auch Wasser aufnehmen, was besonders bei den Symphyten offensichtlich wird. Diese legen ihre Eier endophytisch, d.h. in Pflanzengewebe ab. Das Volumen solcher Eier nimmt rasch durch Aufnahme von Wasser aus dem sie umgebenden Pflanzengewebe zu.


Bestimmungsübungen an Insekten

Last modified: 28.03.02