Antennen der Insekten

[ Kopf: Mundwerkzeuge , Antennen , Lichtsinnesorgane ]

Mit Ausnahme der Proturen besitzen alle Insekten Antennen. Bei den Proturen wurden die Antennen rückgebildet, ihre Funktion haben die Vorderbeine übernommen.


Man kann grundsätzlich zwei Antennentypen unterscheiden:

Gliederantennen kommen bei den Collembolen und Dipluren vor. Sie enthalten, mit Ausnahme des Endgliedes, in allen anderen Gliedern Muskeln (wodurch jedes Glied einzeln bewegt werden kann).

Geißelantennen findet man bei allen ektognaten Insekten. Sie setzt sich zusammen aus:

  • Scapus (Basalglied),
  • Pedicellus (2. Segment),
  • und einer mehr oder weniger wechselnden Anzahl von Antennengliedern.

Im Scapus entspringen Muskeln, die ihn mit dem Pedicellus verbinden. Alle anderen Glieder sind frei von Muskeln!


Antennen-Formen

Bei den einzelnen Insektengruppen wurde die Form der Antennen, in Anpassung an die Lebensweise, vielfältig abgewandelt. Antennen sind oft ein wichtiges Bestimmungskriterium. Hier die wichtigsten Formen:


borstenförmig, setiform

fadenförmig, filiform

perlschnurartig

gesägt, serrat

Glieder kurz, gleichmäßig dick

Glieder schlank, länger als bei den setiformen Antennen


Glieder an einer Seite sägeförmig ausgebuchtet

Schaben

Carabiden

Blattkäfer

Elateridae

gekniete Antenne eines Rüsselkäfers

gefiedert

keulenförmig, clavat

gekniet

lamellenförmig, Blätterkeule

mit feinen Ausläufern nach beiden Seiten

Endglieder verdickt

meist langer Fühlerschaft (Grundglied), an dem winklig orientiert die Geißel sitzt

Endglieder vergrößert und lamellenförmig angeordnet

Männchen d. Mücken

Borkenkäfer

Rüsselkäfer

Blatthornkäfer u.a.



pfriemförmig

Fühler höherer Dipteren



Antenne mit ungegliederter Endgeißel

3. Glied vergrößert, darauf sitzt eine Rückenborste (Arista)



Zikaden u.a.

z.B. Hausfliegen




Warum unterscheiden sich bei den Geschlechtern oft die Antennen?

Bei vielen Gruppen können die Antennen bei Männchen und Weibchen unterschiedlich ausgebildet sein (Sexualdimorphismus). Oft hängt dies damit zusammen, daß Weibchen vieler Arten Sexuallockstoffe aussondern, die von den Männchen für eine erfolgreiche Partnerfindung über große Strecken wahrgenommen werden müssen. In Anpassung daran ist dann die Oberfläche der männlichen Antennen stark vergrößert, so daß darauf mehr Riechsinneszellen untergebracht werden können. Beispiele hierfür sind Diprioniden (Buschhornblattwespen) oder viele Schmetterlings-Gruppen.


Bestimmungsübungen an Insekten

Last modified: 02.08.02