Zucht von Schmetterlingen (Lepidoptera)

[ Sammeln und Präparieren von Insekten ]

Viel lohnenswerter als das reine Sammeln von Schmetterlingen ist die Zucht der Raupen. Der Vorteil liegt darin, daß man eine ganze Menge über die Biologie der jeweiligen Art erfahren kann. Die Zucht ist dabei meist gar nicht so schwierig, wenn man einige Grundregeln beachtet und etwas Geduld aufbringt.


Sammeln

Da eine nicht unerhebliche Anzahl an Arten monophag ist, d.h. sich nur von einer Pflanzenart ernährt, sollte man sich beim Sammeln freifressender Larven-Stadien unbedingt die Wirtspflanzen-Art merken, auf der man sie vorgefunden hat. Dir Larven können, zusammen mit einigen Blättern der Futterpflanze, in ganz gewöhnlichen Plastikbeuteln transportiert werden. Zur Vermeidung von Kondenswasser, in denen besonders kleine Larven »ertrinken« können, sollte etwas Küchenpapier am Boden auslegen, welches stehendes Wasser aufsaugt. Diese Beutel sollten möglichst schattig transportiert werden, da sie sich sehr schnell aufheizen können. Natürlich gehört in den Beutel ein Zettel mit Fundorts-Beschreibung, Name der Futterpflanzen und Datum.

Zuchtgefäße

Zu Hause können dann die Larven zusammen mit ihrer Futterpflanze in entsprechend große Holz, Plastik oder Glasgefäße überführt werden. Das alte Futter muß regelmäßig gegen frisches Futter ausgewechselt werden, unter Umständen alle 1 bis 2 Tage. Etwas heikel ist die richtige Luftfeuchtigkeit, nicht zu feucht und nicht zu trocken. Man kann die Luftfeuchte dadurch regulieren, indem man etwas Zellstoffpapier am Boden der Gefäße ausbringt. Dieses kann von Zeit zu Zeit anfeuchten. Wichtig ist jedoch, daß keine Schimmelbildung in den Gefäßen erfolgt, deshalb müssen Kot und Futterreste regelmäßig gründlich entfernt werden.

Bei Altlarven sollte kurz vor Ende der Larvalentwicklung etwas Erde am Boden ausgebracht werden, um solchen Arten, die sich normalerweise in den oberen Bodenschichten verpuppen, ein geeigneten Verpuppungsort anzubieten.

Haben sich die Raupen erst einmal verpuppt, muß an warten, ob die Falter noch einmal im gleichen Jahr schlüpfen oder im Puppenstadium überwintern. Im letzteren Fall sollte man die Gefäße, entweder an eine geschützten Stelle im Garten, oder in einem kühlen Keller lagern. Dabei sollte man nie vergessen, das manche Arten nicht sofort im nächsten Jahr schlüpfen, sondern auch 1 oder mehrere Jahre überliegen können. Geduld ist also oft angesagt!


Bestimmungsübungen an Insekten

Last modified: 12.07.02