Lärchenwickler - Zeiraphera diniana

Zeiraphera diniana

Lärchenwickler - Larch Bud Moth

[ Lepidoptera , Tortricidae ]

© W. Baltensweiler



Der Lärchenwickler Zeiraphera diniana ist ein Musterbeispiel für zyklische Ausbrüche, in den Alpen in einem 8-9 Jahre-Zyklus. Seit dem 2. Weltkrieg ist es dort zu 5 großen Ausbrüchen gekommen.


Verbreitung

Die Heimat des Lärchenwicklers ist Nordsibirien. Hauptverbreitungsgebiet in Europa sind die Alpen. Hier befällt der Schädling in Höhenlagen von 1600 bis 2100 m über Meereshöhe vor allem die Lärche. Die nördliche Verbreitungsgrenze ist der 62. Breitengrad.


Wirtspflanzen

Der Schädling entwickelt sich auf Lärche, auf allen Altersstadien der Fichte, in den Alpen auf Pinus cembra, in den Mittelgebirgen und in Zentraleuropa auf Picea excelsa und im Norden seines Verbreitungsgebiete auf Pinus sylvestris.


Merkmale

Falter: Vorderflügel lang und schmal, hellgrau, hell- und dunkelbraun marmoriert. Hinterflügel breiter, braungrau. Flügel mit äußerem fahlgrauen Fransensaum besetzt. Flügelspannweite 18-20 mm.

Eier: Gelb.

Raupen anfangs schwarz, später Aufhellung der Färbung mit Ausnahme der Beine ins schmutzig-grüne. Kurz vor der Verpuppung erfolgt ein neuer Farbwechsel ins braun-schwarze. Ausgewachsen erreichen sie eine Länge von 10-19 mm.

Puppen: Länge ca. 8 mm, braun bis rotbraun. Abdominalsegmente dorsal mit Querreihen feiner nach hinten gerichteter Stacheln besetzt, die der Puppe zur Fortbewegung dienen, so daß sie ihr Gespinst verlassen kann.


Biologie

Bionomieformel: 8 , 5 - 57 / 78 +79

Lärchenwickler - Zeiraphera diniana

VII-IX

Falter dämmerungsaktiv, tags ruhen sie mit dachartig gefalteten Flügeln in der Baumkrone. Lebenserwartung höchstens 3 Wochen.

Eiablage des Lärchenwicklers - Zeiraphera diniana

VIII

Eier werden in Gruppen von 3-6 Stück an Zweigwirtel unter oder an Rindenschuppen abgelegt. Je Weibchen werden 100-150, maximal 300 Eier abgelegt.



Embryonen überwintern in den Eiern.


V-VII

Die Raupen des Lärchenwicklers durchlaufen 5 Larvenstadien.

Junglarven des Lärchenwicklers - Zeiraphera diniana


Wenn im Frühjahr die neuen Triebe schieben, schlüpfen die Junglarven und dringen auf Lärche von oben in eine Kurztriebsknospe ein und dringt bis zu Vegetationskegel vor. Im Laufe der ersten drei Larvenstadien wechselt die Larve 3-4 mal in andere Knospen über. Nach der zweiten Häutung werden die Knospen innen zunehmend versponnen, so daß sich beim Öffnen derselben charakteristische Köcher bilden.

L5 des Lärchenwicklers - Zeiraphera diniana


Die L5 lebt in einem Gespinst längs der Zweigachse. Größere Nadelteile werden nicht gefressen, die dann absterben und sich zusammen mit dem Kot im Gespinst ansammeln. Die Larvalentwicklung ist stark Abhängig von klimatischen Faktoren und erstreckt sich über 39 bis 60 Tage.

Raupengruppe

VII-VIII

Noch im Frühjahr seilt sich die ausgewachsene Raupe ab und spinnt sich in der Nadelstreu eine Puppenwiege. Bereits nach 10 bis 14 Tagen kriecht sie wieder, kurz vor dem Schlüpfen des Falters, mit Hilfe ihrer Borstenkränze zur Oberfläche.


Forstliche Bedeutung

Fraßbild des Lärchenwicklers

Massenvermehrungen von Z. diniana kommen i.d.R. spätestens nach 3 Jahren wieder zum Erliegen.


Literatur

  • Baltensweiler, W., G. Benz, P. Bovey &V. Delucci (1977): Dynamics of larch bud moth populations. Annu. Rev. Entomol. 22: 79-100.
  • Baltensweiler, W. & A. Fischlin (1988): The larch budmoth in the Alps. In: Dynamics of Forest Insect Populations: Patterns, Causes, Implications. Berryman, A. A. (ed.), Plenum Press: 331-51.
  • Baltensweiler, W. & D. Rubli (1999): Dispersal: an important driving force of the cyclic population dynamics of the larch bud moth, Zeiraphera diniana Gn. Forest Snow Landscape Research: Vol.74, 1999. 153 pp.The issue comprises 153 pages, including 15 tables, two colour plates, 40 figures and 28 maps showing the infestation patterns by the larch bud moth inb the Alps from 1961-1998.

Bestimmungsübungen an Insekten

Last modified: 30.07.02