Tortrix viridana

Eichenwickler

[ Lepidoptera , Tortricidae ]


Der Eichenwickler ist forstlich der bedeutsamste Wickler an Laubholz.


Verbreitung

Im gesamten westpalaearktischen Verbreitungsgebiet der Eiche


Wirtspflanzen

Vorwiegend Quercus-Arten, es können aber auch Populus, Betula, Carpinus, Acer und Fagus befressen werden.


Merkmale

Imagines

Vorderflügel blaßgrün, wie bei allen Tortricidae breit 4-eckig, am äußeren Rand weißer Fransensaum; Flügelspannweite ca 18-23 mm. Hinterflügel hellgrau mit weißem Fransensaum. Kopf gelblich, Brust grün, Abdomen grau.

Eier

Kreisrund, Durchmesser etwa 0.7 mm, zunächst hellgelb, später braun.

Larven

Der Körper der Jungraupe ist ockergrau bis graubeige gefärbt, sie besitzen dunkle Köpfen, die Altlarven sind graugrün gefärbt. Es werden 5 Larvenstadien durchlaufen


Biologie

Generation 1-jährig - Bionomieformel: 6,4 - 5 / 6 + 67
(in kühleren Regionen 2-jährig, in Syrien, Palestina und Zypern 2 Generationen pro Jahr)

Imagines

V-VI

Die Falter schwärmen sowohl tags als auch während der Dämmerung in den oberen Teilen der Baumkronen. Lebensdauer ca. 5-10 Tage.

Eier

VI

Eiablage von ca. 50-60 Eiern an Zweigen, Blattnarben und Zweiggabelungen, über die ganze Krone verteilt, jedoch bevorzugt in oberer Hälfte.



Dabei werden jeweils 2 Eier (Zwillingseier) zusammen, eingebettet in einer kittartigen Masse abgelegt. Sich ablegender Staub und Algenbelag macht die Eier fast unsichtbar.


Eier überwintern (bis zum nächsten Mai)

Larven

V

Junglarven bohren sich in öffnende Knospen ein. Geschlossene Knospen können nicht befallen werden (Koinzidenz).



Die Larven können sich also nur dann entwickeln, wenn die Knospen einen bestimmten Öffnungszustand aufweisen. L1 und L2 fressen an den zarten, sich entwickelnden Blättern. Ab der L3 sind die Raupen typisch gefärbt; sie beginnen die Blätter mit Spinnfäden einzuwickeln, und in diesen Wickeln zu fressen. Ist die Wickel gefressen, wird eine neue Wickel erzeugt.

Larvalzeit etwa 3-4 Wochen (L1: 4-6, L2: 2-3, L3: 2-3, L4: 4-5, L5: 7-8 Tage).

Puppen

VI

Verpuppung erfolgt in der Wickel (Puppenruhe 2-3 Wochen).


Forstliche Bedeutung

Der Eichenwickler ist ein bedeutender Forstschädling an Eichen, der in Europa chronisch immer wieder zum Ausbruch kommt.

Massenvermehrungen erfolgen besonders in warmen Flachlandstandorten. Bevorzugt sind Überhälter, Randbäume, Saateichen und lichte Bestände.
Folgen sind:
    • Ausfall der Mast;
    • Schädigung des Unterbaus, wenn die Larven im Laufe ihre Entwicklung das Kronendach verlassen;
    • Bildung von Wasserreisern;
    • Ungleichmäßige Jahrringbildung;
    • Zuwachsverluste (um bis zu 30%);
    • Kahlfraß kann dann zum Absterben der Bäume führen, wenn Wassermangel und Trockenperioden hinzukommen. Normalerweise verhindert das gute Reproduktionsvermögen der Eiche (Johannistrieb) selbst nach mehrjährigem Kahlfraß ein Absterben.

Die Blätter der Ersatztriebe werden oft vom Eichenmehltau (Microsphaera quercina) befallen.

Es gibt Gebiete, wo der Eichenwickler stets schädlich ist (Permanenzgebiete), in anderen Regionen tritt er in wechselnder Dichte auf. Gradationen erfolgen azyklisch.


Tortricidae


Bestimmungsübungen an Insekten

Last modified: 13.07.03