Laspeyresia pactolana

Fichtenrindenwickler

[ Lepidoptera, Tortricidae ]

© A. Gruppe



Verbreitung

Mittel-, Nord- und Ost-Europa, bis Sibirien.


Wirtspflanzen

An Fichten (Picea abies, P. pungens).


Biologie

Generation 1-jährig - Bionomieformel: 56 - 6 , 4 / 5 + 56

Imagines

eIV-eVI

Schwärmen der Falter, abhängig von der Höhenlage. Die Falter besitzen kurze un breite Vorderflügel bei einer Flügelspannweite von 11-15 mm.

Eier

V-VI

An Zweigen 5-10 jähriger Fichten.



Ältere Bäume meist mit geringerem Befall. Eiablage einzeln oder in kleinen Gruppen, bevorzugt an den Internodien in kleinen Rindenritzen oder hinter Rindenschüppchen. Mit Ausnahme des Wipfeltriebes werden sie über die gesamte Stammlänge verteilt, bei älteren Fichten bleiben oft die untersten Astquirle befallsfrei.

Larven

VI

Die Larven sind weißlichen oder blaßrötlich. Sie besitzen einen hellbraunen Kopf und ein gleichfarbiges Nackenschild. Die Junglarven bohren sich in der Rinde bevorzugt an Astquirlen ein. Sie erzeugen in alle Richtungen 2-4 cm lange Gänge.



Der Befall ist ab Juni an ausgestoßenem Kot und an Harzaustritt zu erkennen. Zum Herbst hin nimmt der Kotauswurf zu, wird gröber und dunkler. Zusätzlich verklebt in austretendes Harz. Es kommt zu deutlichen Anschwellungen des Stammquerschnittes im Bereich der befallenen Stellen. Die Raupengänge sind als Schutz gegen das Baumharz mit Gespinst ausgekleidet.


Die Raupen überwintern, fressen aber auch den Winter über und stellen den Fraß nur bei starkem Frost ein.


IV

Der Fraß wird im Frühjahr verstärkt fortgesetzt.

Puppen

V

Die Verpuppung erfolgt etwa Ende April im Gespinst des Ganges in der Nähe eines Auswurfloches. Die Puppe schiebt sich in windenden Bewegungen zu 2/3 aus der Öffnung und entläßt schließlich den Falter.


Biologie

Schaden

Der Schaden wird durch den Fraß der Larven verursacht: In ungünstigen Fällen führt ihre Fraßaktivität zu einer vollständigen Ringelung schwacher Stämmchen, was das Absterben der oberen Teile zur Folge hat.

Ausbrüche

In den letzten 100 Jahren gibt es für Bayern immer wieder Meldungen über Ausbrüche des Fichtenrindenwicklers, die letzten Mitte der fünfziger und sechziger Jahre, wo v.a. Fichtenreinbestände der Schwäbisch-Bayerischen Hochebene befallen wurden. Zunächst werden geschädigte und »gestresste« Fichten befallen, im Laufe der Gradation auch gesunde Baumindividuen, selbst bis hin zu solchen im Stangenholzalter.

Diagnose

Bereits Anfang Juli Harzausscheidungen und Kotauswurf (staubfeiner und bräunlich roter Kot) an den befallenen Stellen.


Schadbilder

Anschwellungen, verursacht durch den Larvenfrass.


Literatur

Strixner, M. (1980): Untersuchungen über Stand, Folgen und Umweltbedingtheit einer Massenvermehrung des Fichtenrindenwicklers (Laspeyresia pactolana) in einer Fichtenkultur des Tertiären Hügellandes. Diplomarbeit Lehrstuhl f. Angewandte Zoologie der LMU München: 87 pp.


Tortricidae


Bestimmungsübungen an Insekten

Last modified: 13.07.03