Männchen von Thaumetopoea pityocampa

Thaumetopoea pityocampa

Pinienprozessionsspinner - Pine Processionary Moth

( Lepidoptera , Thaumetopoeidae )

© Klaus Hellrigl



Diese Art ist in Südeuropa verbreitet und gilt hier als »hartnäckiger« Kiefernschädling. Die Haare der Larven können beim Menschen schlimme Allergien verursachen.


Verbreitung

Im Falle des Pinienprozessionsspinners, der besser »Pinienprozessionspinner« genannt werden sollte, hat es einige Verwechslungen gegeben. Als wärmeliebende Art ist der Pinienprozessionspinner ist ein mediteranes Faunenelement und findet sich in Tunesien, Algerien, Marokko, in Portugal, Spanien, Italien und auf dem Balkan. Im südöstlichen Mittelmeerraum, südlich des 35. Breitengrades (Zypern, Syrien, Libanon, Jordanien und Israel), wird T. pityocampa dann von der verwandten Art T. wilkinsoni abgelöst, in Nordeuropa (Dänemark, Norddeutschland, Polen, Litauen) durch den nördlichen »Pinienprozessionsspinner« Thaumetopoea pinivora, der hier vor allem in Dünengebieten auftritt.

Wirtspflanzen

Verschiedenste Kiefernarten (Pinus sp.), auch Zedern (Cedrus sp.). Gelegentlich auch andere Nadelbäume, wie Lärchen (Larix decidua), Fichte (Picea abies) und Tanne (Abies alba). Aus diesem Grund wird er auch zum Teil Kleiner Fichtenspinner oder Fichtenprozessionsspinner genannt.


Merkmale

Imagines

Männchen von Thaumetopoea. pityocampa

Die männlichen Falter besitzen lange, doppelt gekämmte Antennen.


Weibchen von Thaumetopoea pityocampa


Eier

Eier in Form charakteristischer Gelege an Kiefernnadeln.

Larven

Nest des Pinienprozessionsspinners



Biologie

Im Mittelmeergebiet erfolgt der Falterflug von Mitte Juni bis Ende August. Die Weibchen legen Eigelege an den Kiefernnadeln ab.

Larven von Thaumetopoea pityocampa auf dem Weg zum Verpuppungsort

Die geselligen (gregären) Raupen entwickeln sich in Gespinstnestern mit bis zu mehreren hundert Raupen je Nest.

raupennester von Thaumetopoea pityocampa

Zur Verpuppung wandern sie Raupen in typischer Prozessionsspinnermanier zum Boden ab.

Puppen von Thaumetopoea pityocampa

Die Kokons werden am Ende des Frühlings im Boden gebildet.

Die Männchen werden durch Sexualpheromone der Weibchen angelockt. Wahrgenommen werden die Duftstoffe mit den Riechzellen, die sich in großer Zahl auf den gekämmten Antennen befinden. Trotz der Brennhaare haben die Raupen eine ganze Reihe von natürlichen Feinden.


Bedeutung

Allergie, ausgelöst durch die Nesselhaare der Raupen.

Die Haare der Raupen können gefährliche Allergien beim Menschen verursachen. Als Tourist kann man in Südeuropa die weißen Gespinste der Larven häufig an Kiefern in der Nähe der Besichtigungsorte beobachten. Man sollte aber tunlichst von diesen Bäumen Abstand halten, auch wenn die Gespinste bereits verlassen sind.

Als eher wärmeliebende Art ist der Pinienprozessionsspinner besonders als in Südeuropa ein hartnäckiger Kiefernschädling. In Mitteleuropa ist er eher bedeutungslos, aber bereits in Tüdtirol kann es zu Ausbrüchen kommen.


Literatur

Hellrigl, K. (1995): Der Pinienprozessionsspinner (Thaumetopoea pityocampa DENIS & SCHIFF.) in Südtirol. Landesabteilung Forstwirtschaft der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol. Schriftenreihe für wissenschaftliche Studien: Nr. 1: 75 pp.


Bestimmungsübungen an Insekten

Last modified: 21.02.02