Lymantria dispar (L.)

Schwammspinner, Gypsy Moth

( Lepidoptera , Lymantriidae )

© 1995 Regents of the Univ. of California


Den Name Schwammspinner hat diese Art erhalten, weil die Weibchen ihre Eigelege dick mit Afterwolle abdecken. "dispar" = ungleich bezieht sich auf den Sexualdimorphismus, der bei dieser Art zu finden ist.
1868 wurde der Schwammspinner
nach Nordamerika verschleppt, wo er sich zu einem der bedeutendsten Schädlinge im Forst und im Obstbau entwickelt hat. Hier hat er den Namen Gypsy Moth erhalten.
Bei uns war die Art in den letzten Jahrzehnten von geringer Bedeutung, bis sie vollkommen überraschend in den 90er Jahren auf größeren Flächen zum Ausbruch kam.

Verbreitung

In den wärmeren Gebieten Europas. In Nordafrika, in großen Teilen der ehemaligen UDSSR, in der Mongolei, China, Korea, Japan. 1869 nach Nordamerika (Massachusetts) verschleppt, bis Mitte des 20. Jhdt. über die gesamte USA verbreitet.


Wirtspflanzen

Der Schwammspinner ist eine ausgesprochen polyphage Art: Betula, Crataegus, Larix, Picea, Malus, Populus, Prunus, Quercus, Salix, Ulmus. Laubgehölze, darunter vorwiegend Obstbäume, aber auch Eichen und Hainbuchen werden bevorzugt. Er kann sich auf über 650 verschiedenen Pflanzenarten aus 53 Familien entwickeln.


Merkmale



Weibchen des Schwammspinners

Weibchen bis 55 mm Flügelspannweite, schmutzig weiß mit dunklen gezahnten Querstreifen ( Allerdings ist die Färbung variabel, wie die linke Abbildung zeigt). Der Hinterleib ist breit abgestutzt.

Antennen der Männchen

Männchen bis 40 mm Flügelspannweite, braungrau. Von den Weibchen können sie an den stärker gekämmten Antennen unterschieden werden.

Die Eier sind zunächst blaß-rot, später dunkelgrau. Die Eigelege sind dick mit gelb-brauner Afterwolle abgedeckt (daher der deutsche Name 'Schwamm'spinner).

Junglarven des Schwammspinners auf Eigelege.

Die Junglarven sind schwarz und behaart.

Der Körper der Altlarven ist dorsal mit paarigen mit Warzen bedeckt. Diese sind auf den ersten 5 Körpersegmenten blau, auf den restlichen Körpersegmenten rot gefärbt. Die Länge ausgewachsener Larven liegt bei 40-80 mm.

Puppen: 20-30 mm lang, dunkelbraun, mit feinen Haarbüscheln besetzt, am Ende mit hakenförmigen Fortsätzen.


Biologie

Generation 1-jährig - Bionomieformel: 8 , 4 - 47 / 8 + 89

Imagines fliegen von August bis September. Die Männchen schlüpfen einige Tage vor den Weibchen (Protandrie). Die Lebenserwartung der Imagines liegt bei etwa 14 Tagen.

Eiablage im August. Die Eier werden in Gelegen von meist 100 Stück abgelegt, etwa 250-500 Eier je Weibchen. Die Eiablage erfolgt bevorzugt am unteren Stammteil (unter 4 m).

Die Überwinterung erfolgt im Eistadium

Die Jungraupen schlüpfen aus den Eiern, wenn im Frühjahr die Durchschnittstemperatur etwa 10°C beträgt. Raupen sind bei uns von April bis Juli anzutreffen, ihre Entwicklungszeit liegt bei ca. 70 Tagen, in wärmeren Gebieten bei 45-50 Tagen.

Die Verpuppung erfolgt im August, die Puppenzeit etwa 14 Tage.


Besonderheiten

Weibchen sondern einen Sexuallockstoff (= Sexualpheromon) aus, durch den die Männchen zur Paarung angelockt werden.

Die Junglarven fressen tagsüber, Altlarven meist nachts, lediglich bei Massenvermehrungen auch tagsüber.

Es gibt eine europäische und eine asiatische Rasse.


Feinde

Siehe Liste Parasitoide & Räuber


Forstliche Bedeutung

Massenvermehrungen erfolgen bei uns besonders in Eichenbeständen. Die Ausbrüche beginnen auf größeren Arealen punktartig, breiten sich dann aus und können 3-4 Jahre andauern. Geschädigte Bäume ergrünen wieder, wenn der Fraß im Juni endet. Eichen sterben besonders dann ab, wenn eine längere Sommerdürre hinzu kommt.

Mehr zu Ausbrüchen von L. dispar in Mitteleuropa.

Bedeutung von L. dispar in Nordamerika.



Bestimmungsübungen an Insekten

Last modified: 13.07.03