Bläulinge bei der Paarung

Fam. Lycaenidae

Bläulinge - Blues, Coppers & Hairtails

( Lepidoptera )

© Monika & Richard Fellinger



Die Lycaeniden verdanken ihren deutschen Namen dem blauen Farbglanz der Flügel vieler Arten. Allerdings sind bei weitem nicht alle Arten blau gefärbt, es gibt auch rotbraune, goldgrüne, goldrote und orangegelbe Arten!


Verbreitung

Die Familie ist mit weit über 1000 Arten weltweit verbreitet, man schätzt aber, daß diese Familie etwa 6000 Arten umfaßt.


Merkmale

Falter

Bei den Bläulingen handelt es sich um kleine bis mittelgroße Falter, deren Flügelspannweite 4 cm nicht überschreitet. Bei den Männchen vieler Arten sind die Tarsen der Vorderbeine nicht voll entwickelt, sie bestehen nur aus einem Glied mit einer Kralle.

Bläuling

Kleiner Feuerfalter - Lycaena phlaeas

Viele exotische Arten tragen an den Hinterflügeln zum Teil ausgesprochen zarte, schwanzartige Anhänge, die bei manchen Arten jahreszeitlich bedingt sein können.

Raupen

'Asselraupen': Relativ kurze und dorsoventral abgeflachte Larven, deren Körperoberseite leicht gewölbt, die Unterseite flach ausgebildet ist. Teilweise gleichen sie Kellerasseln.


Biologie

Die Falter halten sich oft in großer Zahl auf Blüten auf. Trotz ihrer scheinbar zerbrechlichen Flügel sind viele Arten zu außergewöhnlichen Flugleistungen befähigt. Bläulinge besitzen oft ganz charakteristische Schlafplätze (z.B. bestimmte Sträucher), wo sie dann in großen Mengen anzutreffen sind.

Meist leben die Raupen auf niedrigen Pflanzen, es gibt aber auch etliche Arten, die sich auf den Blättern von Laubbäumen entwickeln.

Bei zahlreichen Arten bestehen ausgefallene und 'hochspannende' fakultative oder obligatorische Wechselbeziehungen zwischen den Lycaeniden-Raupen und Ameisen (Myrmecophilie): Die Raupen werden von den Ameisen vor Feinden geschützt und im Falle mancher Arten sogar in den Ameisenbau eingetragen. Dort werden sie dann gefüttert oder ernähren sich von der Ameisenbrut. Als Ausgleich geben sie aus einer Drüse am Hinterleib einen honigartigen süßen Saft ab, der den Ameisen als Nahrung dient. Die flache asselförmige Gestalt der Raupen, eine dicke Cuticula (diese kann 20x dicker als bei anderen Lepidopteren-Raupen sein) und die langsamen Bewegungen stellen passive Schutzeinrichtungen gegen Ameisenangriffe dar.


Beispiele

Kleiner Feuerfalter - Lycaena phlaeas

Brombeerfalter - Callophrys rubri

Aricia agestis

Kleiner Feuerfalter - Lycaena phlaeas

Hauhechelbläuling - Polyommatus icarus

Brombeerzipfelfalter - Callophrys rubri

Aricia agestis

Celastrina argiolus

Satyrium w-album - Weißes W

Satyrium spini - Schlehenzipfelfalter

Satyrium pruni - Pflaumenzipfelfalter

Celastrina argiolus

Satyrium w-album - Weißes W

Satyrium spini - Schlehenzipfelfalter

Satyrium pruni - Pflaumenzipfelfalter


Literatur

Pierce, N. E., Braby, M. F., Heath, A., Lohman, D. J., Mathew, J., Rand, D. B. & M. A. Travassos (2002): The Ecology and Evolution of Ant Association in the Lycaenidae (Lepidoptera). Annu. Rev. Entomol. 2002. 47:733-71.


Bestimmungsübungen an Insekten

Last modified:11.08.02