U.Ord. Symphyta

Pflanzenwespen, sawflies

( Hymenoptera )

© Entomol. Dept. at the Univ. of Nebraska-Lincoln


Die Pflanzenwespen sind eine alte, ursprüngliche artenreiche Unterordnung innerhalb der Hymenopteren.


Verbreitung

Ihre Hauptverbreitung liegt in den gemäßigten Zonen der Nord- und Südhalbkugel der Erde. In den Tropen sind sie selten, artenarm und oft auf Gebirgslagen konzentriert. Zahlreiche Arten wurden in andere Länder verschleppt und dort zum Teil zu erheblichen Schädlingen in Forst- und Landwirtschaft.


Wirtspflanzen

Ursprünglich alte Blattwespengruppen sind mit phylogenetisch alten Pflanzengruppen vergesellschaftet: Blasticotomidae, Selandriinae und Dolerinae leben an Farnen, Schachtelhalmen, Binsen und Gräsern. Der überwiegende Teil der höheren Symphyten ist ebenfalls an relativ ursprüngliche Pflanzengruppen gebunden: z.B. an Ranunculaceae und Rosaceae.
Relativ wenige Pflanzenwespen sind mit höheren Pflanzengruppen, wie Compositen assoziiert. Das die Beschränkung auf relativ ursprüngliche Pflanzengruppen auf eine Nahrungskonkurrenz mit Lepidopteren zurückzuführen ist, bleibt eine reine Vermutung.

Merkmale d. Larven

Beschreibung der Hymenopterenlarven


Biologie

Imagines

Der überwiegende Teil der Imagines ernährt sich von Nektar, soweit sie überhaupt Nahrung aufnehmen. Einige Arten sind allerdings auch räuberisch (z.B. Rhogogaster).

Larven

Die Larven sind primär phytophag. Sie ernähren sich überwiegend ektophytisch. Eine Reihe von Arten ist aber zur endophytischen Lebensweise übergegangen und entwickelt sich in Minen oder Gallen.

Eiablage

Der überwiegende Teil der Pflanzenwespen legt seine Eier endophytisch ab, d.h. in Pflanzengewebe.

Die Weibchen besitzen einen spezialisierten, sägeförmigen Legeapparat. Hiermit können sie in Pflanzengeweben Schnitte erzeugen und die Eier darin ablegen.

Dieser Sägeapparat hat auffallend Ähnlichkeiten mit einem 'Fuchsschwanz'.

Die Eiablage erfolgt je nach Art bzw. taxonomischer Gruppe:
  • unter die Epidermis von Laubblättern (viele Tenthredinidae und Argidae),
  • in die Nadeln von Coniferen (z.B.: Diprionidae),
  • in Stengel und Zweige (viele Cephiden),
  • in Holz (Siricidae).

Die Eier sind in diesen Pflanzengewebe gegen Austrocknung gut geschützt (allerdings nicht unbedingt gegen Feinde). Innerhalb kurzer Zeit nimmt ihr Volumen durch Wasseraufnahme zu. Die schlüpfenden Junglarven fressen sich schließlich bei ektophagen Arten aus dem Pflanzengewebe heraus.

Einige Arten legen ihre Eier oberflächlich auf Blättern (besonders auf die Unterseite) oder Nadeln ab. Die Eier sind dabei nur mit einem kleinen Teil im Pflanzengewebe verankert (z.B.: die Nematine Nematus pavidus oder werden nur angeklebt, wie bei der Pamphiliiden Cephalcia abietis).

Verpuppung

Nach der letzten Häutung verblassen Kopf- und Rumpffarben. Dornen und Borsten verschwinden oft und der Körper verkürzt sich. Auch wird meist der Fraß eingestellt. Die Larven spinnen sich von der Wirtspflanze ab oder lassen sich einfach fallen.

Am oder im Boden wird ein ein- oder mehrwandiger Kokon gebaut (bei zahlreichen Arten findet die Kokonbildung aber auch an der Wirtspflanze statt). Der Kokon kann weich (z.B. Argidae) oder sehr hart sein (z.B. Diprionidae und Cimbicidae). Allerdings gibt es eine Reihe von Arten, die keinen Kokon spinnen (z.B. Pamphiliidae), sondern sich lediglich einer kleine Erdkammer bauen, in der später die Verpuppung erfolgt.

In diesem Kokon ruht die Larve als sogenannte Eonymphe oder Präpuppe. Nach einer bestimmten Zeit entwickelt sich die Eonymphe zur Pronymphe weiter. Diese kann an den Puppenaugen erkannt werden. Sie schimmern durch die Kopfkapsel der Eonymphe.

Es erfolgt die Umwandlung zur Puppe, einer Pupa libera. Diese ist zunächst weiß, nimmt später jedoch die Farben der Imago an. Die Imago beißt sich eine Öffnung aus dem Kokon, aus der sie dann schlüpft.

Feinde

Eier, Larven, Puppen und Imagines der Blattwespen haben viele Feinde. Neben Parasitoiden und Räubern werden sie auch oft durch Pathogene (Viren, Bakterien und Pilze) dezimiert.

Parasitoide


Praktisch jede Pflanzenwespen-Art hat ihren mehr oder weniger stark ausgeprägten Parasitoidenkomplex. Brack-, Erz- und Schlupfwespen, sowie Tachinen können z.T. hohe Sterblichkeitsraten bei Eiern, Larven oder Imagines verursachen.

Insekten

Neben Vögeln gibt es eine ganze Reihe an wirbellosen Prädatoren: Außer einer Reihe von Käferarten, wie Laufkäfer und Kurzflügelkäfer, kommen auch verschiedene Wanzenarten in Frage. Obwohl durch unterschiedlichste Strategien geschützt, können Meisen ganze Kolonien vernichten.

Pathogene

Mit Virus infizierte Neodiprion sertifer - Larve

Viele Arten werden durch Pathogene (Pilze, Viren, Bakterien reduziert). Ein gutes Beispiel ist die Pflanzenwespe Neodiprion sertifer, die im Labor nur schwer zu züchten ist, da Pathogene diese Zuchten oft innerhalb weniger Tage zusammenbrechen lassen.


Bestimmungsmerkmale

  • Aderung der Flügel.
  • Form der Antennen.
  • Färbung.
  • Oft sind die einzelnen Arten nur mit Hilfe der Genitalien zu unterscheiden:

Säge eines Weibchens

Genital eines Männchens


Systematik

Auch bei den Symphyten ist die Systematik noch nicht befriedigend geklärt. So werden z.B. von verschiedenen Autoren die Triben den einzelnen Unterfamilien unterschiedlich zugeordnet. Die Arten werden in 6 Überfamilien und 14 Familien zusammengefaßt:

Hier geht's zu den Familien, Gattungen und Arten


Bestimmungsübungen an Insekten

Last modified: 12.07.02