Pristiphora erichsonii

Große Lärchenblattwespe

( Hymenoptera , Symphyta , Tenthredinidae, Nematinae )

© H. Pschorn-Walcher


Verbreitung

Die große Lärchenblattwespe (P. Erichsonii) ist weltweit verbreitet.


Wirtspflanzen

Die Larven entwickeln sich an den Kurztrieben der Lärche (Larix).


Merkmale

Weibchen der Grossen Lärchenblattwespe, Pristiphora erichsonii

Die schwarzen Imagines besitzen einen überwiegend roten Hinterleib.

Die grünlichgrauen Raupen besitzen einen schwarzglänzenden Kopf. Auf den Segmenten finden sich einzelne helle Punkte und zerstreut stehende schwarze Härchen. Die Stigmen sind braun gefärbt.


Biologie

Die Generation ist 1-jährig.

Imagines

Die Imagines schwärmen im Mai-Juli.

Eiablage

Die Weibchen legen Eireihen in die Rinde junger, noch nicht verholzter Langtriebe.

Larven

Die gregären Larven fressen an Kurztriebsnadeln. Nach etwa 4 Wochen ist ihre Entwicklung abgeschlossen und sie wandern in den Boden ab.

Verpuppung

Der Kokon wird meist in der Nähe des Stammfußes gesponnen. Hier, in den obersten Bodenschichten überwintern die Kokons, die Verpuppung erfolgt, wenn sie nicht überliegen, im Mai, worauf nach 2-3 Wochen die Imagines schlüpfen.

Parthenogenese

Bei der Großen Lärchenblattwespe treten praktisch keine Männchen mehr auf. Züchtet man Larven bis zur Imago durch, so treten auf 1000 Weibchen höchstens 3-5 Männchen auf. Zwar kann es noch zur Kopula zwischen den Geschlechtern kommen, allerdings kommt es dabei nicht mehr zu einer Befruchtung.

Obwohl man fast stets Kolonien der Larven findet (wenn man an den richtigen Stellen sucht), fängt man jedoch bei uns nur relativ selten Imagines. Dabei ist nicht klar, ob diese nur versteckt leben, oder nur in geringen Dichten vorkommen. Da viele Entomologen jedoch nur Imagines sammeln, hat dies dazu geführt, daß die Art in der Roten Liste geführt wurde, obwohl sie eigentlich in ihrem Bestand nicht bedroht war.


Forstliche Bedeutung

Die Große Lärchenblattwespe befällt alle Altersklassen der Lärche, bevorzugt werden jedoch Bäume an Bestandesrändern. Bei uns ist die Art, obwohl sie ab und zu zum Ausbruch kommt, von forstlich geringer Bedeutung.

In den USA hat sie Anfang des 20. Jahrhunderts jedoch riesige Schäden verursacht. Es ist nicht ganz klar, ob die Art über die Beringstraße eingewandert ist, oder anthropogen verschleppt wurde. Nachdem man, im Rahmen von 2 Biocontrol-Programmen, natürliche Feinde nachgeführt hatte, sanken die Schädlingsdichten auf ein erträgliches Niveau.

Die Große Lärchenblattwespe ist ein Musterbeispiel dafür, daß man durch Nachführung von Parasitoiden, auf natürliche Weise Schädlingspopulationen regulieren kann, so daß teure, sowie ökologisch bedenkliche chemische Bekämpfungsmaßnahmen überflüssig werden.


Bestimmungsübungen an Insekten

Last modified: 12.07.02