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Phyllocolpa Benson ( Hymenoptera , Symphyta , Tenthredinidae , Nematinae ) |
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Die Nematinen-Gattung Phyllocolpa ist dadurch gekennzeichnet, daß sich die Larven in offene Blattrollgallen (Blattwickeln) entwickeln. Phyllocolpa wurde früher als Untergattung mit Pontania zusammengefaßt. Hier wird sie jedoch als eigenständige Gattung behandelt. |
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Verbreitung |
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In Europa ist diese Gattung mit etwa 11 Arten vertreten. |
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Wirtspflanzen |
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Die Larven entwickeln sich an Weiden (Salix spp.). |
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Biologie |
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Die Generationen sind bei einigen Arten 1-jährig, bei anderen scheinen 2 Generationen pro Jahr üblich zu sein. Für die Eiablage werden hierzu frisch entfaltete, aber noch nicht voll ausgestreckte Jugendblätter bevorzugt, z.B. das erste oder zweite entfaltete Folgeblatt unterhalb des zusammengerollte Blattbündels der Sproßachse. Zunächst wird das Blatt genau überprüft: Mit den Spitzen der Sägen wird die Oberfläche des Blattes immer wieder angerissen, wobei ein Tropfen des cicidogenen Sekretes abgesondert wird. Auf diese Weise wird der Wirkstoff im parenchymatischen Gewebe des Blattes gleichmäßig verteilt. Bei manchen Arten können so bis zu 300 Injektionen durchgeführt werden, und zwar ausschließlich auf der Blattunterseite. Die cecidogene Substanz wird so lokal in das Blatt eigebracht und verändert an diesen Stellen das Flächenwachstum auf der Blattunterseite. Das Einrollen des Blattes scheint sich also aus einer Wachstumshemmung des Gewebes der Blattunterseite zu ergeben. Erst dann erfolgt die eigentliche Eiablage. Bei den einzelnen Arten unterscheidet ich der Ort der Eiablage etwas, entweder erfolgt diese im Bereich der Basalen Seitennerven nach des Blattmittelnerves oder am äußeren Blattrand. Das Weibchen durchsticht mit seiner Säge einen Seitennerv quer und schneidet eine Eitasche in das Blattsubstrat der gegenüberliegenden Seite. In diese Eitasche wird ein Ei abgelegt. |
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Die Junglarve frißt in der sich bildenden Blattwickel zunächst die Haare der Blattunterseite. Anschließend erfolgt ein Schabe- und Lochfraß in den Wickeln. Oft verbleiben Larvenkot und Häutungsreste (Kopfkapseln) in den Wickeln. |
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Ältere Larven verlassen die Blattwickel regelmig für einige Zeit (nachtaktiv?) und fressen außerhalb am Blatt (Randfraß). Zur Verpuppung suchen die Altlarven den Erdboden auf und spinnen ihren Kokon im Boden. |
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Feinde |
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Die Larven von Phyllocolpa sind von Gegenspielern leicht zu lokalisieren. Die Weibchen der Ichneumonide Adelognathus (Adelognathinae) paralysieren zunächst die Wirtslarven und legen dann an diesen ihre Eier ab. |
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Die schlüpfenden Parasitoiden-Larven saugen ektoparasitisch die bewegungsunfähige, aber noch lebende Phyllocolpa-Larven von außen her aus. |
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Beispiele |
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Art |
Wirtspflanzen |
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P. purpureae Cameron |
Purpurweiden |
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P. leucosticta Htg. |
rauhblättrige Weiden |
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P. piliserra Thoms. |
Salix viminalis |
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P. leucapsis Tischb. |
S. aurita, S. aurita, S. caprea, S. atrocinerea. |
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Ähnlich wie bei Pontania ist die Wirtsspezifität bei den Arten wahrscheinlich ausgeprägter als bisher angenommen. Die Gattung wird seit 1991 von J.-P. Kopelke (Senckenberg-Museum/Frankfurt) intensiv untersucht. |
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Literatur |
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