Kolonie von Nematus pavidus an Weidenblatt.

Nematus pavidus Lepeletier 1823

( Hymenoptera , Symphyta , Tenthredinidae , Nematinae )

© H. Pschorn-Walcher


Verbreitung

Nematus pavidus ist in ganz Europa verbreitet.


Wirtspflanzen

In der Literatur werden verschiedene Weidenarten, wie Salix caprea, S. purpurea, S. viminalis, S. alba und S. fragilis angegeben. Häufig finden sich die Larven auf S. caprea, besonders dann, wenn die Wirtspflanzen noch jung sind und relativ weiche Blätter besitzen.


Biologie

Die Eiablage erfolgt stets blattunterseits. Dabei werden von den Weibchen bis zu 100 Eier (meist um 30-40 Eier) in einem Gelege abgelegt. Die Eier werden nur mit der Spitze eines Endes im Pflanzengewebe befestigt und, im Gegensatz zu den meisten anderen Pflanzenwespen, nicht vollständig in das Blattgewebe versenkt. Die weißen Eier sind etwa 1x0.3 mm groß. Wenn einzelne oder alle Eier des Geleges schwarz gefärbt sind, ist die Wahrscheinlichkeit groß, daß diese von Eiparasitoiden befallen wurden.

Je nach Temperatur schlüpfen nach 3-7 Tagen die Junglarven. Die Larven wachsen innerhalb von 14 Tagen heran. Dabei sitzen sie in einer Reihe rittlings auf der Blattkante und fressen das ganze Blattgewebe auf. Junglarven lassen die feineren Blattrippen stehen, Altlarven nur die Mittelrippe. Ist das Blatt verzehrt, so wechselt die Gruppe auf ein neues Blatt über. Auf diese Weise kann von solch einer Kolonie ein ganzer Zweig entlaubt werden. Zur Verpuppung begeben sich die Altlarven in den Boden, wo sie einen festen Kokon spinnen. Nach etwa 2-3 Wochen schlüpfen daraus die Imagines und erzeugen eine 2. Generation, ein Teil kann jedoch im Kokon überliegen. Unter günstigen Witterungsbedingungen können 3 Generationen im Jahr durchlaufen werden, einzelne Larven konnten wir selbst noch im späten November fressend an Weiden nachweisen.

Obwohl N. pavidus verschiedene Weidenarten befällt, hat sie doch gewisse Ansprüche an ihre Wirtspflanze. So findet man sie im Falle von Salix caprea fast stets nur auf den weichen Blättern junger Pflanzen, alte hohe Büsche mit harten Blättern werden eher gemieden.

Die Larven von Nematus pavidus gleichen in vielen Merkmalen denen von Nematus melanaspis, die ebenfalls auf Weiden anzutreffen sind, die beiden Arten können im Freiland am Geruch unterschieden werden.

Obwohl es, besonders an feuchten Stellen, zu Ausbrüchen kommen kann, ist diese Art praktisch nich von forstwirtschaftlicher Bedeutung. Die Weiden ertragen selbst mehrmalige Entlaubungen im Jahr und trieben wieder aus.

Altlarven von Nematus pavidus

Kolonie von Nematus pavidus an Weidenblatt.

Altlarven

Junglarven


Bestimmungsübungen an Insekten

Last modified:12.08.02