U.-Fam. Heterarthrinae

mit der einzigen Gattung

Heterarthrus

( Hymenoptera , Symphyta , Tenthredinidae )

© T. Jordan


Die kleine Unterfamilie der Heterarthrinae enthält nur die Gattung Heterarthrus Stephens (früher Phyllotoma), deren Larven sich alle als Minierer entwickeln. Man kennt etwa 10 Arten, die alle in Eurasien beheimatet sind. Eine Ausnahme stellt Heterarthrus nemoratus dar, die nach Nordamerika verschleppt wurde, und sich dort erfolgreich ausgebreitet hat.

Die Wirtspflanzen der Larven sind Vertreter der Aceraceae, Betulaceae und Salicaceae.

Zur Eiablage sitzen die Weibchen rittlinks auf dem Blatträndern und legen ihre Eier in die Blattzähne ab. Seltener sitzen sie auf der oberseitigen Blattfläche und versenken die Eier in Nähe der Mittelrippe oder stärkerer Seitennerven.

Die schlüpfenden Larven erzeugen flächenförmige Minen in den Blättern. Nach 4-6 Häutungen (unterschiedlich bei den einzelnen Arten) spinnen sie einen Kokon in der Blattmine. Dieser verbleibt später in der Mine oder wird aus ihr herausgeschnitten.
  • Im ersten Fall wird die Epidermis der Ober- und Unterseite je mit einer kreisförmigen Gespinstschicht überzogen und entlang der Ränder miteinander verwoben.
  • Im zweiten Fall erzeugen die Altlarven eine kreisförmige Perforationslinie in der Epidermis der Blattoberseite (kurze Schlitze mit Stegen dazwischen). Anschließend erfolgt die Häutung zum Einspinnstadium und die Bildung der beiden Gespinstschichten. Von denen die untere Schicht keine Verbindung mit der Blattunterseite hat. Trocknet der Kokon, so zieht er sich zusammen, was zum Reißen der Blattstege führt und der Kokon fällt aus der Mine heraus zu Boden. Später vollführen die Larven in der Mine ruckartige Bewegungen, wodurch der Kokon in etwas tiefer liegende Vegetationsschichten »hüpft«.

Die Entwicklungsdauer von der Eiablage bis zur Kokonbildung richtet sich stark nach der Höhenlage und damit verbunden nach der Temperatur und kann so zwischen 5 und 14 Wochen betragen. Je nach Art werden 1-2 Generationen durchlaufen.


Beispiele

Heterarthrus-Arten sortiert nach Wirtspflanzen:

Acer spp.

H. aceris, H. cuneifrons, H. flavicolis, H. healyi, H. imbrosensis, H. leucomelus

Alnus spp.

H. vagans

Betula spp.

H. nemoratus

Salix

H. microcephalus

Populus spp.

H. ochropus


Literatur

Einen guten ersten Überblick über die Biologie und Ökologie der minierenden Blattwespen findet man in der Dissertation von Dr. Ewald Altenhofer, von der einige Teile in der Zeitschrift für Angewandte Zoologie publiziert wurden. In diesen Arbeiten finden sich auch Bestimmungsschlüssel für die Larven und Minen:
Altenhofer, E. (1980): Zur Systematik und Morphologie der in Baumblättern minierenden Blattwespen (Hym., Tenthred.). Z. Angew. Entomol. 89: 42-53.
Altenhofer, E. (1980): Zur Biologie der in Baumblättern minierenden Blattwespen (Hym., Tenthred.). Z. Angew. Entomol. 89: 122-134.
Altenhofer, E. (1980): Zur Systematik und Ökologie der Larvenparasiten (Hym., Ichneumonidae, Braconidae, Eulophidae) der in Baumblättern minierenden Blattwespen (Hym., Tenthred.). Z. Angew. Entomol. 89: 250-259.

Altenhofer, E. & Zombori, L. (1987): The species of Heterarthrus Stephens, 1835 feeding on maple (Hymenoptera, Tenthredinidae). Annls hist.nat. Mus. Natn. Hung., 79: 185-197.


Bestimmungsübungen an Insekten

Last modified: 06.08.02