Acantholyda erythrocephala L.

Stahlblaue Kiefernschonungs-Gespinstblattwespe

[ Hymenoptera , Symphyta , Pamphiliidae ]

© Klaus Hellrigl



Verbreitung

Mittel und nördliche Teile Europas, einschließlich Großbritannien. Ostwärts vom Kaukasus bis nach Sibirien. Korea, Japan. Verschleppt nach Nordamerika.


Wirtspflanzen

Die Larven entwickeln sich bevorzugt auf Weißkiefer, daneben auch auf Schwarz- und Weymouthskiefer.


Merkmale

Imagines

Imagines 10-15 mm lang, Thorax und Abdomen sind charakteristisch blauschwarz gefärbt. Männchen (10-13 mm) mit blauschwarzem gefärbtem Kopf. Weibchen (12-15 mm) mit überwiegend braunrotem Kopf.

Eier

Eier von Acantholyda erythrocephala


Larven

Junglarven von Acantholyda erythrocephala

Altlarve von Acantholyda erythrocephala

Puppen

Puppe von Acantholyda erythrocephala



Biologie

Schlupf der Imagines in wärmeren Gebieten aIV, in Norddeutschland mIV und in Polen aV. A. erythrocephala ist leicht protandrisch, d.h. die Männchen schlüpfen vor den Weibchen.

Bevorzugt werden Bäume auf windstillen Flächen, Bestandesrändern, oder in Lücken. Die Eier werden einzeln oder in kleinen Gruppen von 2-6 auf die Nadelinnenseiten abgelegt. Anzahl der Eier meist 35-40 je Weibchen. Die Eizeit beträgt bei 19°C ca. 12-15 Tage, bei 14°C ca. 25 Tage, im Freiland 2.5-4 Wochen.

Die Larven bilden an der Basis von Zweigen Gespinströhren, in denen sie gesellig leben. Diese Gespinströhren sind bald mit Kot versetzt (Kotsäcke). Oft finden sich in einer Röhre bis zu 35 Larven.

Männliche Larven durchlaufen 5, weibliche 6 Larvenstadien. Bevorzugt werden ältere Nadeln gefressen. Oft fressen mehrere Larven an einer Nadel. Die Maitriebe werden normalerweise verschont, bei Massenausbrüchen allerdings auch befressen. Die Nadeln werden außerhalb der Gespinströhre abgebissen und in der Röhre verzehrt. Eine Larve frißt im Laufe der Larvalentwicklung im Durchschnitt 50 Weißkiefernadeln. Larvalzeit bei 20°C ca. 2-3 Wochen, im Freiland ca. 2.5-4 Wochen.

Verpuppung: Abwandernde Altlarven bilden im Boden in 2-7 cm Tiefe (bis zu 10 cm) eine Erdhöhle. Es wird kein Kokon gebildet. Die Erdhöhlen finden sich besonders in Stammfußnähe. Die Eonymphen durchlaufen hier eine sommerliche Diapause. Im September erfolgt die Umwandlung zur Pronymphe, welche überwintert. Die Verpuppung erfolgt im nächsten Frühjahr. Das Puppenstadium erstreckt sich über ca. 3 Wochen.

Die Diapause kann 2-4 Jahre betragen.


Forstliche Bedeutung

Schaden verursacht durch Acantholyda erythrocephala

In Europa gab es in 150 Jahren ca. 10 größere Ausbrüche. A. erythrocephala ist somit forstlich eher zweitrangig. Kommt es aber zum Ausbruch, so können größere Flächen (einige hundert bis tausend ha) befallen werden. Bei Ausbrüchen werden überwiegend jüngere Kulturen und Bestände im Alter von 10-40 Jahren befallen.

Bei solchen Gradationen finden sich dann bis zu 300 Erdlarven je qm. Die Dauer der Ausbrüche liegt bei 2-8 Jahren (meist 3-5). Da in der Regel die Maitriebe erhalten bleiben, kommt es meist weniger zu Ausfällen, aber zu starken Zuwachsverlusten.


Bestimmungsübungen an Insekten

Last modified: 22.04.02