|
Ichneumonidae Schlupfwespen (i.e.S.) ( Hymenoptera , Apocrita , Ichneumonidea ) |
|
|
Die Ichneumoniden sind eine biologisch vielseitige parasitoide Gruppe, deren Vertreter auch in der Biocontrol zur Regulation von Schädlingen eingesetzt werden. |
|
Verbreitung |
|
Die Schlupfwespen (Schlupfwespen im engeren Sinne) stellen bei uns mit ca. 22.000 beschriebenen Arten die artenreichste Insektenfamilie dar. Man schätzt aber, daß weltweit wenigstens 60.000-1000.000 Arten existieren! Die meisten Arten kommen in den wärmeren Zonen der Erde vor. Für Europa werden 5700 Arten angegeben, auf den Britischen Inseln finden sich immerhin noch 2000 Arten. |
|
Merkmale |
|
Imagines |
|
Bei den Imagines handelt es sich um relativ große Tiere (meist um 5 mm). Einige Gruppen, darunter der bekannteste Vertreter Rhyssa, kann es sogar auf eine Körperlänge von 5 cm bringen. Die Flügel sind typischerweise mit einem reichhaltigen Flügelgeäder ausgestattet, es gibt allerdings auch eine ganze Reihe aptere (flügellose Arten). |
|
Eier |
|
Eier werden in (endo) oder an (ekto) den Körper des Wirtes abgelegt. Oft sind sie länglich, teilweise bananenförmig, um 0.2-0.4 mm lang und weißlich oder hyalin durchscheinend. |
|
|
Es gibt aber auch Sonderformen, wie in dieser Abbildung. Dabei handelt es sich um Tryphoninen-Eier, die mit einem Anker in die Wirtshaut versenkt werden. |
|
Larven |
|
Beispiel einer ektoparasitschen Larve. |
|
|
Beispiel einer endoparasitschen Larve. |
|
Biologie |
|
Bei der Familie handelt es sich um Parasitoide, überwiegend um primäre oder sekundäre Ekto- oder Endoparasiten, die bevorzugt Larven und Puppen holometaboler terrestrischer Insekten befallen. Hemimetabole Gruppen werden nicht befallen, allerdings gibt es etliche Arten, die sich auf Spinnen und Pseudoskorpione spezialisiert haben. Dabei sind viele Arten recht wirtsspezifisch. Die Imagines sind häufig Blütenbesucher. |
|
Systematik |
|
Meist werden die Vertreter dieser Familie in etwa 30 Unterfamilien zusammengefaßt, die Systematik ist aber noch voll im Fluß. |
|
Bedeutung |
|
+ |
Wie auch die anderen Parasitoidengruppen, spielen auch die Ichneumoniden eine wichtige Rolle im Ökosystem, da sie mit zur Regulation der Populationsdichte anderer Insekten beitragen. Viele Arten werden im Rahmen der klassischen biologischen Schädlingsbekämpfung eingesetzt! |
|
Bestimmung |
|
Bei einer so großen Gruppe kommt man bei der Bestimmung mit herkömmlichen Feldführern nicht sehr weit. Oft gleichen sich die Arten so sehr, daß die wenigen Beispiele, die in den Feldführern abgebildet sind, mit großer Sicherheit zu Fehlbestimmungen führen. Möchte man sich mit dieser interessanten und biologisch vielfältigen Gruppe beschäftigen, kommt man ohne Spezialliteratur (und anfängliche Hilfe durch Spezialisten) nicht herum. Allerdings gibt es bei den Ichneumoniden, wie auch bei vielen anderen parasitoiden Gruppen, noch viel zu erforschen, so daß eine Beschäftigung mit diese Familie sehr lohnenswert ist. |
|
Links |
|
Mehr zur Familie der Ichneumonidae findet sich bei Parasitoide-Online. |
|
Last
modified: |