Ausgewachsene Galle von Diplolepis rosae.

Diplolepis rosae

Schlafapfel - Robin's pincushion

( Hymenoptera , Cynipoidea , Cynipidae )

© Jens-Peter Kopelke



Mit zu den auffälligsten Gallen gehören die Schlafäpfel an Hunds- und Feldrosen. Sie fallen besonders zum Spätherbst hin auf, wenn die Rosen ihre Blätter verlieren. Der Verursacher ist eine kleine Gallwespe mit Namen Diplolepis rosae. Sie hießen auch Bedeguare, aus dem persichen badawar, 'windgeboren'. Da man früher nicht wußte, daß Tiere für ihre Bildung verantwortlich sind, dachte man, sie kämen irgendwoher aus der Luft.

Im Mittelalter gab es etliche recht abenteuerliche Anwendungen: Im Mittelalter versuchte man mit einem Sud aus abgekochten Gallen den Durchfall von Rinden zu kurieren, auch wurden sie als Diuretikum verwendet. Die getrockneten und zu Pulver verarbeiteten Larven sollten gegen Bandwürmer und eine Kette aufgefädelter Gallen um den Hals getragen, sollte gegen Keuchhusten helfen. Den Namen Schlafapfel haben sie erhalten, da man früher glaubte, daß sie unter das Kopfkissen geschoben, einen besseren Schlaf bewirken.


Wirtspflanzen

Verschiedene Rosenarten (Rosa spp.), besonders Hunds- und Feldrosen.


Biologie

Diplolepis rosae gehört zu den Cynipiden-Arten, die keinen Generationswechsel durchlaufen. Bei uns gibt es praktisch nur die parthenogenetische Generation, Männchen treten ausgesprochen selten auf. Die Weibchen schlüpfen im Juni/Juli und legen ihre Eier in die Rosenknospen. Die daraus schlüpfenden Larven beginnen an der Wirtspflanze zu fressen. Aus bisher ungeklärten Ursachen (chemischer Reiz) entsteht die Wucherung (bei uns ab Mai), umgibt die Larven und versorgt sie so mit reichlich Nahrung.

Ausgewachsene Galle von Diplolepis rosae.

Die Rosenäpfel sind zunächst grün, färben sich im Laufe der Saison rot und sind dicht mit Haaren besetzt. Die Galle kann über 50 mm groß werden und besteht aus mehreren Kammern, in denen sich jeweils eine Larve entwickelt. Im August hat die Galle einen Durchmesser von 7-10 cm. Die Larven überwintern in der Kammer und verpuppen schließlich sich im darauf folgenden Frühjahr. Im Mai nagen sich die erwachsenen Tiere dann einen Weg ins Freie und der Generationskreislauf beginnt erneut.


Bestimmungsübungen an Insekten

Last modified: 16.08.02