Fam. Gerridae

Wasserläufer, Wasserschneider - Water Striders

[ Heteroptera ]

© Andreas Just



Verbreitung

In Mitteleuropa treten nur ca. 10 schwer zu unterscheidende Arten der Gattung Gerris auf.


Merkmale

Körper

Wasserläufer sind um 8-10 mm lange, schlank gebaute Insekten. Körper und Beine sind an Anpassung an ihre Lebensweise sehr fein mit wasserabstoßenden Haaren besetzt.

Beine

Auffällig sind die langen Mittel- und Hinterbeine. Die Vorderbeine jedoch sind sehr kurz und dienen dem Fangen und Halten der Beute. Der Antrieb erfolgt mit den langen Mittelbeinen, die Hinterbeine dienen zum Steuern.

Lichtsinne

Die Komplexaugen sind gut entwickelt.

Flügel

Die Flügel sind auch innerhalb einer Art sehr unterschiedlich ausgebildet. Oft können in einer Population alle Übergänge von Langflügeligkeit bis hin zum vollständigen Fehlen der Flügel beobachtet werden (Flügelpolymorphismen). Dies scheint durch die Photoperiode gesteuert zu werden. Nur die Individuen mit normal ausgebildeten Flügeln sind flugfähig.


Merkmale

Vorkommen

Gerriden halten sich vor allem auf der Wasseroberfläche auf. Bevorzugt werden stehende Gewässer. Oft sind sie in größeren Gesellschaften anzutreffen.

Ernährung

Gerriden leben räuberisch. Erbeutet werden v.a. kleine Insekten, die ins Wasser gefallen sind. In den Beinen liegen empfindliche Vibrationssinnesorgane, mit denen Erschütterungen (z.B. durch die zappelnden Beutetiere) auf der Wasseroberfläche wahrgenommen werden können.

Anpassungen

Wie bereits oben beschrieben, ist der gesamte Körper mit feinen, wasserabstoßenden Haaren besetzt. Die Beine werden häufig geputzt und dabei möglicherweise mit einem wasserabstoßenden Sekret überzogen. Der Körper ruht auf den Mittel- und Hinterbeinen. Dabei werden sie von der Oberflächenspannung getragen. Die Krallen der Gerriden inserieren nicht am Fußende, sondern sind in eine Bucht etwas davor verlagert, so daß sie nicht das Wasserhäutchen durchstoßen. Die Fortbewegung erfolgt durch den gleichmäßigen Ruderschlag der Mittelbeine, die Hinterbeine dienen eher als Steuerorgane.

Entwicklung

Der Paarung erfolgt im Frühling-Frühsommer. Die Eier werden, über Monate hin verteilt, an Pflanzen nahe der Wasseroberfläche abgelegt. Es werden 5 Larvenstadien durchlaufen. Die Überwinterung erfolgt als Imago an Land. Je nach Art werden bei uns 1-2 Generationen/Jahr durchlaufen.

Sonstiges

Halobates-Arten (U.Fam. Halobantinae - Meerwasserläufer) sind alle flügellos (=apter) und leben ganzjährig auf der Meeresoberfläche, meist in Küstennähe. Es gibt jedoch auch Hochseearten, die ihre Eier an treibendem Substrat anheften.


Ähnliche Gruppen

Veliidae - Bachläufer


Bestimmungsübungen an Insekten

Last modified:25.02.02