Eintagsfliege, Ephemeroptera

Ord. Ephemeroptera

Eintagsfliegen, Mayflies

© Andreas Just


Der Name Ephemeroptera bezieht sich auf die Kurzlebigkeit der Imagines (gr. ephemeros = nur einen Tag lebend). Bei vielen Arten leben die Imagines sogar nur wenige Stunden, bei einigen Arten allerdings auch bis zu eine Woche. Die Larven der Eintagsfliegen entwickeln sich aquatisch und sind das Stadium, welches mit einigen Monaten, oder bis zu 2 Jahren am langlebigsten sind.


Verbreitung

In Mitteleuropa sind ca. 70 Arten in 11 Familien beschrieben worden.


Merkmale

Imagines

Eintagsfliegen sind schlank gebaute, zarte, kleine bis große Insekten. Die Flügelspannweite heimische Arten überschreitet meist nicht 12 mm. Unsere mitteleuropäischen Arten sind überwiegend braun bis gelb gefärbt.
Ephemeropteren fallen durch 3 lange Schwanzanhänge auf, zwei davon sind Cerci , das 3. ist ein Terminalfilum. Bei einer Reihe von Arten kann dieses Terminalfilum jedoch fehlen.

Die Mundwerkzeuge sind stark verkümmert, die Imagines nehmen keine Nahrung mehr auf. Die Fühler sind klein. Meist finden sich 2 häutige Flügelpaare, wobei die Hinterflügel wesentlich kleiner als die Vorderflügel sind. Sie können aber auch reduziert sein Die Flügel sind durch zahlreiche Queradern gekennzeichnet. In Ruhe werden die Flügel stets vertikal über dem Körper gehalten. Sie können nicht auf dem Abdomen abgelegt werden.

Eintagsfliege, Ephemeroptera

Die Komplexaugen sind groß und gut entwickelt. Bei den Männchen sind sie größer als bei den Weibchen und z.T. zu Turbanaugen ausgebildet.

Die Männchen sind mit relativ langen Vorderbeinen ausgestatttet. Mit diesen können sie die Weibchen bei der Paarung ergreifen.

Larven

Schema einer Eintagsfliegenlarve

Larven: Am Abdomen sitzen seitlich meist 7 Paar Tracheenkiemen. Weiter sitzen am Hinterende 3 Schwanzanhänge.

Die Larven sind an ihren jeweiligen Lebensraum angepaßt. Es gibt z.B. zylindrisch gebaute, grabende Formen.


Biologie

Ernährung: Die Imagines nehmen praktisch keine Nahrung auf. Die Larven sind überwiegend phytophag. Sie ernähren sich von Algen und pflanzlichem Detritus. Es gibt jedoch auch räuberische Arten, die sich von Kleintieren ernähren.

Entwicklung: Männchen bilden oft Schwärme über Gewässern. Sich nähernde Weibchen werden ergriffen und im Flug begattet. Kurz darauf werden die Eier einzeln oder in Gruppen ins Wasser abgelegt. Manche Arten steigen allerdings auch zur Eiablage ins Wasser ab, um die Eier an Pflanzen unterhalb der Wasseroberfläche anzuheften. Die Larven benötigen für ihre Entwicklung je nach Art 1-2 Jahre, in warmen Regionen durchlaufen einzelne Arten jedoch auch 2 Generation pro Jahr. Altlarven kriechen oder schwimmen zur Wasseroberfläche. Innerhalb weniger Sekunden schlüpfen dann die Imagines (die Subimago). Diese ist sofort flugfähig und häutet sich nach wenigen Minuten oder Stunden dann noch einmal zur eigentlichen Imago.

Besonderheiten: Eintagsfliegen nehmen unter den Insekten eine Sonderstellung ein, da sich geflügelte Tiere noch einmal häuten!

Bedeutung

Eintagsfliegen stellen im aquatischen Nahrungsnetz ein wichtiges Element dar: Imagines und Larven sind für zahlreiche Fischarten eine wichtige Nahrungsquelle. Imagines werden auch gerne von Schwalben, Fledermäusen und Libellen gefressen. Bedingt durch die Standortsansprüche der Larven, können die Ephemeropteren als Indikatoren für die Güte des jeweiligen Gewässers genutzt werden.


Bestimmung

Eintagsfliegen ähneln Steinfliegen (Plecoptera), Köcherfliegen (Trichoptera) und Netzflüglern (Planipennia). Sie können sie durch ihre kurzen Antennen eindeutig von diesen Ordnungen unterschieden werden.

Bestimmungsübungen an Insekten

Last modified: 21.08.02