Xylophage Insekten

[ Phytophage ]


Phytophage Tiere, die sich von Holz ernähren, werden auch als Xylophage bezeichnet.


Die ökologische Rolle xylophager Arten

Manche dieser Arten gelten als Schädlinge, da sie z.B. durch ihren Fraß das Holz technisch entwerten. Dabei sollte man aber nicht übersehen, daß xylophage Arten eine wesentliche Rolle im Naturhaushalt spielen.

  • Zahlreiche (sogenannte saproxylophage) Arten entwickeln sich in totem, abgestorbenen Holz. Es ist noch gar nicht so lange her, daß man Ihre fundamentale Rolle beim Abbau von Todholz erkannt hat. Ohne ihre Tätigkeit wäre der Mineralkreislauf des Biotops erheblich eingeschränkt. Nur solche Arten sind in der Lage, das harte Holz zu 'verarbeiten' und ihre Gangsysteme bilden dann eine Eingangspforte für holzabbauende Pilze.


Xylophage als Vektoren für Pathogene

Zahlreiche Arten sind als Vektoren für Pathogene bekannt geworden.

  • Das wohl bekannteste Beispiel ist der Ulmensplintkäfer (Scolytus scolytus), der einen Pilz in das Holz überträgt, und somit das Ulmensterben verursacht. Die Käfer-Pilz-Beziehung ist sicherlich eine mutualistische Beziehung, da beide Partner Vorteile davon haben: Der Käfer dient dem Pilz als Transportmittel, hat aber auch Vorteile, da der Pilz den Wirtsbaum zum Absterben bringt und somit dessen Abwehrkräfte 'ausschaltet'.

  • Auch Holzwespen (Siricidae) übertragen (zum Teil) bei der Eiablage einen Pilz, der den Larven dann als Nahrung dient.

  • Einige Monochamus-Arten sind mit Nematoden assoziert.


Xylophage als Nahrungsquelle für andere Tierarten

Schließlich sind Xylophage eine wichtige Nahrungsquelle für viele andere Tierarten, einige solcher Räuber haben sich dabei soweit spezialisiert, daß sie sich ausschließlich von xylophagen Insekten diesen ernähren.

Unter den Räubern fange Fledermäuse gerne Imagines größerer nachtaktiver Arten, z.B. Bockkäfer-Imagines. Der tägliche Nahrungsbedarf liegt bei 20-25% des Körpergewichtes. Fledermäuse verzehren meist nur die weniger sklerotisierten Teile (z.B. das Abdomen).

Auch Wildschweine, Dachse, Füchse, sowie Braunbären und Marder fressen gerne xylophagen Arten in zerfallendem Holz. Wichtiger Nahrungsbestandteil sind Xylophage bei Insectivoren, also Igeln, Maulwürfen und Spitzmäusen. Allerdings finden sich auch bei Nagern Arten, die diese eiweißreiche Nahrung nicht auslassen (z.B. Apodemus).

Unter den Vögeln ist es der große Buntspecht (Dendrocopos major), der mit seinem kräftigen Meisselschnabel die Larven aus dem Holz hackt.

Auch innerhalb der Insekten gibt es zahlreiche Arten, die sich von xylophagen Insekten ernähren. Hierzu gehören Ameisen, die xylophage Larven eintragen, Ameisenbuntkäfer, deren Imagines und Larven auf Borkenkäfer und deren Jugendstadien spezialisiert sind, sowie zahlreiche Staphyliniden-Arten.

Desweiteren sind die Parasitoide zu erwähnen, deren Jugendstadien sich in oder auf xylophagen Insektenlarven entwickeln. Bemerkenswert ist die Anpassung von der Schlupfwespe Rhyssa.


Massenentwicklungen xylophager Arten

In gesunden, natürlichen Waldgesellschaften kommt es normalerweise nur relativ selten zu Massenentwicklungen xylophager Arten.

Kommt es zu massiven Ausbrüchen (meist von Borkenkäfern), so erfolgen diese meist in plantagenähnlichen Monokulturen mit gleichaltriger Baumzusammensetzung, die auf ungünstigen Standorten angepflanzt wurden. Solche Ausbrüche werden oft durch lange, vorhergehende Trockenperioden gefördert, in manchen Fällen auch durch Umweltverschmutzung.


Viele xylophager Arten sind bedroht !


Bestimmungsübungen an Insekten

Last modified: 19.03.02