|
Die phytophage Ernährungsweise |
|
Als Phytophage werden im allgemeinen die Organismen bezeichnet, die sich von Pflanzen ernähren. Ein großer Teil der Insekten-Arten entwickelt sich im Larvenstadium und/oder als Imago phytophag. Es gibt kaum eine Pflanzenart, an der nicht wenigstens einige Insektenarten fressen. Ganz grob geschätzt, werden jedes Jahr etwa 10% der pflanzlichen Biomasse durch Insekten gefressen. Der Begriff 'phytophag' leitet sich aus dem griechischen, phyton = Pflanze, phagein fressen, ab. Man kann die Phytophagen nach einer Reihe von Kriterien unterteilen:
|
|
Ectophage Ernährung |
|
Ein großer Teil der Arten frißt frei an den Pflanzen. Dabei können sie sich auch im Boden aufhalten, manche Arten sind aquatisch. Ein Teil der Arten stechend saugende Mundwerkzeuge und sind Pflanzensaftsauger, andere besitzen kauend-beißende Mundwerkzeuge. In jedem Fall weisen sie eine gewisse Mobilität aus und können zum Nahrungserwerb ihre Position auf der Pflanze oder zwischen den Pflanzenindividuen verändern.
|
|
Endophage Ernährung |
|
Besonders vielfältige Anpassungen findet man bei den Edophagen Arten, also bei denen, die in Pflanzengeweben fressen. Am auffälligsten sind die Blattminierer und die Gallenbildner.
Zu den bohrenden Insekten gehören die wichtigsten Schädlinge in Land- und Forstwirtschaft. Zum einen entdeckt man den Befall meist zu spät, zum anderen sind diese endophagen Arten oft schwer zu bekämpfen. Die Verluste, die solche Schadarten jährlich verursachen, betragen alleine in den Staaten, auch heute noch, 3-stellige Millionen-Dollar-Beträge. Unter Umständen ist es gar nicht der eigentliche Fraß, der für den Schaden verantwortlich ist, sondern die Übertragung von Pathogenen. Die Borkenkäfer-Problematik zeigt deutlich, wie schwer eine Bekämpfung endophager Arten sein kann. Ähnliches spielt sich im Moment mit einer nach Mitteleuropa verschleppten Art, der Kastanienminiermotte (Cameraria ohridella) ab. Man sollte aber nicht vergessen, daß nur ein winziger Bruchteil der Arten wirkliche Schädlinge sind! Ganz allgemein bieten gerade die endophagen Arten faszinierende Beispiele für Wechselwirkungen mit Pflanzen, Parasiten und Räubern. Arten mit »bohrende Lebensweise kommen überwiegend in Gruppen mit holometaboler Entwicklung und kauend-beißenden Mundwerkzeugen vor. Die meisten Vertreter stammen aus de Ordnungen der Coleoptera, Lepidoptera, Diptera und Hymenoptera.
|
|
Schließlich unterscheidet man noch zwischen gregären und solitären Arten: |
|
Individuen gregärer Arten fressen in Gruppen. Man kennt etliche Beispiele, wo eine gewisse Gruppengröße für eine erfolgreiche Entwicklung unbedingte Voraussetzung ist. Der Vorteil der gregären Entwicklungsweise ist vielfältig:
Solitäre Arten sind eher »Einzelgänger«. Sie verteilen sich auf der Wirtspflanze, zeigen oft sogar gegen Artgenossen ein Abwehrverhalten. Auch die solitäre Lebensweise hat eine ganze Reihe von Vorteilen:
|
|
Last
modified: |