Imago einer Tipulidae

Fam. Tipulidae

Schnaken

[ Diptera , Nematocera ]

© Dexter Sear, dexter@insects.org



Verbreitung

Mit ca. 13.500 Arten ist diese Dipterenfamilie weltweit verbreitet (allerdings nicht an den Polen und in extremen Trockenregionen). Ca. 300 Arten sind in Mitteleuropa anzutreffen.


Merkmale

Imagines

Imago einer Tipulidae

Die Imagines besitzen einen charakteristischen schlanken Körper mit langen zerbrechlichen Beinen. Sie sind meist unscheinbar gefärbt, Grautöne dominierend, sie Flügel sind oft bräunlich gefleckt. Ocellen (Punktaugen) fehlen. Antennen mit meist 13 Gliedern. Die Flügelspannweite liegt, je nach Art, zwischen 15 und 65 mm. Auf dem Thorax befindet sich eine v-förmige Naht.
Tipuliden können an bestimmten Flügelmerkmalen erkannt werden. Queradern treten erst jenseits der Flügelmitte auf. Die beiden Analadern erreichen den Flügelhinterrand, a2 ist dabei sehr lang. Die Subcosta mündet meist nicht in die Costa.

Eier

Eier länglich, meist schwarz gefärbt.

Larven

Tipuliden-Larven

Stigmen am Hinterleib einer Tipuliden-Larven

Typisch für die Larven sind die 6 Randlappen am Hinterleib, die ihm ein charakteristisches Aussehen verleihen ('Teufelsfratze').


Biologie

Paarung

Die Imagines können nicht stechen, sondern mit ihren reduzierten Mundwerkzeugen lediglich Flüssigkeit aufnehmen. Einige Arten neigen zur Schwarmbildung. Die Begattung erfolgt unmittelbar nach der Schlupf.

Paarung

Die Eiablage erfolgt kurz nach der Begattung. Oft werden mehrere hundert Eier pro Weibchen (Tipula oleracea bis zu 1300 Eier) abgelegt, bei terrestrischen Arten in den Boden, bei limnischen Arten werden sie im Flug ins Wasser oder an Pflanzen und Steinen abgelegt.

In der Regel werden 4 Larvenstadien durchlaufen. Die Larvalzeit beträgt meist 1 Jahr. Die Larven der einzelnen Arten zeichnen sich durch unterschiedlichste Lebens- und Ernährungsweisen aus: Im freien Wasser oder in der Schlammschicht als Räuber oder Detritusfresser, im Boden von zersetzen den Pflanzenstoffen, an Wurzeln von Pflanzen, Minierer, räuberisch (z.B. von Regenwürmern und Tubificiden).

Die Puppenruhe liegt bei 6-11 Tagen und erfolgt in Mitteleuropa meist im April-Juni.


Bedeutung

Tipula paludosa (Wiesen- bzw. Sumpfschnake) und Tipula oleracea (Kohlschnake) können in verschiedenen Gegenden Deutschlands bei stärkerem Auftreten Schäden durch Wurzelfraß in Landwirtschaft und Gartenbau verursachen (Klee, Wildgräser, Salat und Getreide). Nachts können die Larven auch ihre Erdgänge verlassen und oberirdisch an Pflanzenteilen fressen.
  • Bei Massenvermehrungen wurden bis zu 400 Altlarven/qm nachgewiesen. Als kritische Dichte werden 10 Larven/qm im Gartenbau, bzw. 50 Larven/qm im Ackerbau und 100 Larven/qm im Grünland angesehen.

In anderen Regionen sind einzelne Arten Schädlinge an Reis, Tabak, Zuckerrohr und Baumsämlingen.


Vergleich Schnacken Tipulidae und Stelzmücken - Limoniidae


Bestimmungsübungen an Insekten

Last modified: 20.03.02