Kopf einer Kriebelmücke

Fam. Simuliidae

Kriebelmücken, Black Flies

[ Diptera , Nematocera ]

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Verbreitung

Weltweit dürften über 1600 Kriebelmücken-Arten vorkommen, davon etwa 50 Arten in der BRD.


Merkmale

Imagines

Kopf einer Kriebelmücke

Die 2-6 mm großen Imagines können durch ihren gedrungenen Bau, ihren kurzen Beinen und den breiten Flügeln leicht mit kleinen Fliegen verwechselt werden.


Die vielgliedrigen Antennen, daß Flügelgeäder und die Mundwerkzeuge weisen aber deutlich auf ihre Zugehörigkeit zu den Mücken hin. In Seitenansicht erscheinen sie buckelig. Die Mundwerkzeuge sind zum Teil reduziert, überwiegend aber vom stechend-saugenden Typ.

Larven

Larve einer Kriebelmücke

Die limnisch lebenden Larven besitzen einen gedrungenen Körper und erreichen eine Größe von bis zu 15 mm.


Am Vorder- und Hinterende ist der Körper kolbenförmig angeschwollen. Am Kopf inserieren paarige Fächer, die als Filterorgane funktionieren. Diese fehlen jedoch bei frei lebenden Arten. Gemeinsam sind allen Arten jedoch die kräftig entwickelten Spinndrüsen.


Biologie

Imagines

Beide Geschlechter nehmen Pflanzensäfte auf, die Weibchen der tagaktiven Kriebelmücken sind zusätzlich auch Blutsauger, sie benötigen die Blutmahlzeit für die Eientwicklung. Ihre Mundwerkzeuge besitzen kräftige, klingenförmige Stechborsten, die flächige, stark blutende Wunden hervorrufen. Die Wirtsfindung erfolgt olfaktorisch (CO), optisch, auch über Wärme.

Die Tiere sind ausgesprochen zudringlich, stechen besonders gerne an dünnhäutigen Körperpartien, wie Ohrgang, Nasenschleimhäuten, Augenliedern, Hals, Euter, Analregionen und Extremitäten. Nach dem Anstich wird ein Sekret in die Wunde eingespritzt, die die Blutgerinnung hemmt. Dieses enthält auch eine Substanz , die zu Gewebeschwellungen und Blutergüssen führt.

Larven

Die Larven entwickeln sich in fließenden, sauerstoffreichen Gewässern.

Puppen

Zur Verpuppung spinnen die Altlarven eine Art Kokon, der vorne meist offen ist. In diesem Kokon verankern sich die Puppen mit Haken, Borsten und Spinnfäden.


Bedeutung

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Simuliiden haben als Blutsauger und Krankheitsüberträger große wirtschaftliche Bedeutung. Sie können beim Weidevieh Verluste hervorrufen: So starben in Rumänien 1923 16000 Haustiere an den Folgen der Stiche. Die »Kolumbatsche Mücke« (Simulum columbaschensis) führte 1934 im ehemaligen Jugoslawien zum Tod von 12000 Tieren. Auch leichter Befall kann beim Weidevieh schon zur Minderung der Milchproduktion führen.

  • Simulum equinum sticht bevorzugt in die Ohrmucheln, Simulum erythrocephalum in die Bauchhaut von Großsäugern.

  • Im tropischen Afrika können durch einige Simuliiden-Arten Fadenwürmer (Onchocerca volvulus) auf Mensch und Säuger übertragen werden, die zur Erblindung führen können (Onchozerkose, Flußblindheit).

  • Der Stich der Simuliden kann bei Tier und Mensch allergische Reaktionen hervorrufen.


Bestimmungsübungen an Insekten

Last modified: 03.03.02