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Fam. Muscidae »Echte Fliegen« [ Diptera , Brachycera , Cyclorrhapha , Schizophora , Acalyptratae ] |
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Die Musciden werden etwas unglücklich unter dem deutschen Begriff »Echte Fliegen« geführt. Von den zum Teil schwer zu bestimmenden Arten dürften den meisten die lästige Hausfliege (Musca domestica) oder der Wadenstecher (Stomoxys calcitrans) bekannt sein. Ihre Zudringlichkeit bewog schon die Alten Ägypter, die Fliege als Zeichen der Unverschämtheit in ihre Hieroglyphenschrift aufzunehmen und tapferen Kriegern wurden Medaillen in Form von Fliegen verliehen. Der Name Beelzebub leitet sich von dem syrischen Fliegengott Baalzebub ab. |
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Verbreitung |
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Weltweit kennt man über 3900 Arten dieser Familie, davon kommen in Mitteleuropa etwa 500 und in Deutschland ca. 330 Arten vor. Die Systematik dieser Gruppe ist noch im vollen Fluß und keineswegs aufgeklärt. |
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Merkmale |
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Imagines |
Es handelt sich meist um mittelgroße (2-18 mm), unscheinbar gefärbte Fliegen. Oft sind sie grau bestäubt, es kommen aber auch gelbe und rot bestäubte Arten vor. Andere Arten sind goldgrün oder stahlblau und gleichen so vielfach Schmeißfliegen (Calliphoriden), von denen man sie aber durch die fehlenden Hypopleuralborsten unterscheiden kann. |
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Der Rüssel ist unterschiedlich ausgebildet: Zum einen findet man den typischen Leckrüssel, wie bei Musca domestica, |
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er kann aber auch, wie im Falle von Stomoxys calcitrans, zu einem stark sklerotiserten Stechrüssel umgebildet sein. |
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Larven |
Typisch madenförmig. 3 Larvenstadien |
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Biologie |
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Imagines |
Die Imagines der einzelnen Arten haben die unterschiedlichsten Ernährungsweisen, man kennt Blütenbesucher, Blutsauger, saphophage und koprophage Arten, sowie Räuber. |
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Larven |
Auch die Larven sind durch unterschiedlichste Ernährungsweisen gekennzeichnet. Neben saprophagen Arten kennt man auch phytophage Arten, darunter solche, die Minen erzeugen. |
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Entwicklung |
Je nach Art kann die Entwicklung vom Ei bis zur Puppe unter günstigen Temperaturbedingungen in 8 Tagen durchlaufen werden. Gewöhnlich wird in unseren Breiten eine Generation in 2-3 Wochen durchlaufen, als etwa 8 Generationen pro Jahr. Berücksichtigt man noch, das ein einziges Weibchen unter optimalen Bedingungen in mehreren Schüben bis zu 2000 Eier ablegen kann, so kommt man auf die stattliche Summe von theoretisch 250 Billiarden Nachkommen pro Jahr. |
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Feinde |
Das diese theoretische Zahl an Nachkommenschaft nicht erreicht wird, dafür sorgen die unterschiedlichsten natürlichen Feinde, u.a. Parasitoide. Es gibt sehr viele Arten an Parasitoide, die sich auf Fliegen spezialisiert haben, und die einzelnen Stadien angreifen. |
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Bedeutung |
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Viele Arten gelten als Überträger von Fäulnis- und Krankheitserregern. Neben verschiedenen Calliphoriden werden auch einige Musciden für die Übertragung von Cholera, Typhus, Salmonellen, Hepatitis und Kinderlähmung verantwortliche gemacht. Man kann die Liste noch weiterführen, in wärmeren Regionen sind manche Arten für die Verursachung von Augenkrankheiten und der Verbreitung der Amöbenruhr verantwortlich. Die Rolle als Krankheitsüberträger hängt schlicht und einfach mit ihren Lebensräumen und ihrer rapiden Vermehrungsrate ab. So können sich zum Beispiel in einem Kilo Pferdemist 5000-8000 Larven, in einem Kilo Schweinemist bis zu 15000 Larven erfolgreich entwickeln. Allerdings sollte man bei dieser »Negativliste » nicht vergessen, daß auch Musciden ein wichtiges Element im Ökosystem darstellen! |
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Bestimmungsmerkmale |
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Flügeladerung, Beborstung, Form und Ausbildung des Rüssels. |
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Beispiele |
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Musca autumnalis - Gesichtsfliege, Augenfliege |
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Haematobia irritans |
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Haematobia stimulans |
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Links |
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Zu parasitoiden Formen sie Muscidae in Parasitoide-Online. |
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