Musca domestica L.

Gemeine Hausfliege, Stubenfliege - House Fly

[ Diptera , Brachycera , Cyclorrhapha , Schizophora , Acalyptratae , Muscidae ]

© Entomol. Dept., Univ. of Nebraska-Lincoln



Wer je Lebensmittelabfälle besonders bei warmen Wetter zu lange gelagert hat, kennt die Tatsache, daß diese Behälter »auf einmal das Laufen lernen«. Unter anderen Fliegen-Arten ist auch die Gemeine Stubenfliege daran beteiligt, deren Larven sich gerade hier, in den warmen, sich zersetzenden Abfällen rasend schnell entwickeln kann. Nichts desto trotz ist die Gemeine Stubenfliege ein kleines Wunderwerk der Natur mit phantastischen physiologischen Fähigkeiten, und so einer genaueren Betrachtung wert.


Merkmale

Imagines

Imago der Stubenfliege - Musca domestica

Körperlänge 6-8 mm, grau. Thorax dorsal mit 4 schmalen dunklen Streifen, Scutellum einfarbig grau, Beine schwarz. Abdomenbasis gelb.


Männchen und Weibchen sind an ihren Augen zu unterscheiden:
Bei den Männchen nimmt die Stirn zwischen den Augen etwa den vierten Teil der Kopfbreite ein, während sie bei den Weibchen deutlich breiter ist.

Eier

Spindelförmig, gelbweiß, 1 mm lang.

Larven

Madenförmig, elfenbeinweiß, 3 Larvenstadien. Das Vorderende ist zugespitzt und enhält die beiden dunklen Mundhaken. L3-Larven erreichen ausgewachsen eine Länge von 12 mm.

Puppen

Dunkelbraune Puppentönnchen.


Biologie

Lebensweise

Die Hausfliege ist ein regelrechter Kulturfolger. Die Imagines können unter günstigen Bedingungen ein alter von 1-2 Monaten erreichen. Weibchen deponieren Eigelege von 100-150 Stück auf das Larvensubstrat, im Haus z.B. Küchenabfälle oder Pferdemist. Die sich entwickelnden Larven benötigen hohe Luftfeuchtigkeit. Zur Verpuppung kommen die Larven an die Oberfläche des Substrates, welches bis dahin oft schon zu einem flüssigen Brei homogenisiert wurde. Die Gesamtentwicklung bei 33°C liegt etwa bei etwa 1 Woche, bei 16° erstreckt sie sich über einen Monat, so daß mehrere Generationen im Jahr durchlaufen werden können. Die Tiere überwintern selten als Imago, eher in ihren Puparien.

Sinne

M. domestica schmeckt mit den Beinen! Diese sind dicht mit Sinneszellen besetzt. Auf den Antennen selbst finden sich nur relativ wenige Sinneszellen. Daneben reagieren die Tiere auch sehr empfindlich auf optische Reize.

Verhalten

Hausfliegen sind durch einen ausgesprochenen Herdentrieb gekennzeichnet was durch den Spruch »Wo Fliegen sind, kommen Fliegen hin« unterstrichen wird.

Bedeutung

Wie schon bei den Musciden beschrieben, gehört auch M. domestica zu den Arten, die eine ganze Reihe von Krankheiten, vor allem im südlichen Verbreitungsgebiet, übertragen können. Da die Fliegen sich an den unterschiedlichsten Habitaten, inklusive menschlicher Fäkalien aufhält, nimmt sie mit der Nahrung Pathogene auf und überträgt sie mittels Nahrungstropfen, durch Kot-Ausscheidung oder durch ihre Körperbeborstung auf menschliche Nahrung etc. Neben Pathogenen, die für den Menschen gefährlich werden können, ist sie Zwischenwirt für Pferde-Bandwurmarten und den Hühnerbandwurm.


Links

Flugleistungen der Stubenfliege


Bestimmungsübungen an Insekten

Last modified: 13.11.02