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Fam. Drosophilidae Taufliegen, Essigfliegen [ Diptera , Brachycera , Cyclorrhapha , Schizophora , Acalyptratae ] |
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Es gibt wohl kaum eine Gruppe, die so bekannt ist wie die Fruchtfliegen. Schuld daran ist die Genetik und der Amerikaner Hunt Morgan, der für genetische Untersuchungen Drosophila melanogaster zu seinem »Labortier« wählte. Drosophiliden haben den Vorteil, daß sie leicht zu züchten sind und eine hohe Reproduktionsrate haben. Bereits nach 2 Wochen liegt die neue Generation vor und man kann das Experiment auswerten. Ihren deutschen Namen »Taufliegen« haben sie erhalten, da die Imagines bevorzugt morgens oder abends fliegen, wenn noch Tau liegt. Den deutschen Namen Fruchtfliegen sollte man nicht benutzten, da dieser auch oft für Tephritiden verwendet wird. |
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Verbreitung |
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Bis heute wurden etwa 3000 Arten dieser Familie beschrieben. Für Deutschland sind bisher etwa 50, für die Schweiz 58 Arten gemeldet worden. |
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Merkmale |
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Imagines |
Kleine (1-6 mm) gedrungene Fliegen. |
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Ei |
Die Eier besitzen am Vorderende ein kleines Röhrchen (Mikrophyle) durch die das Spermium eintritt. Dahinter setzten Filamente an, die Atmungsfunktion besitzen dürften. Ihre Anzahl und Form sind artspezifisch und werden als taxonomisches Merkmal benutzt. Sie verankern das Ei in weichem oder flüssigem Substrat und dürften im Dienste der Atmung stehen. Das Ei wird von einem festen Chorion umgeben. |
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Larven |
Typischer Fliegen-Maden-Habitus. 3 Larvenstadien. |
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Puppe |
Tönnchen gelbbraun, rotbraun oder dunkelbraun. Am Vorderende sind die Puppenspirakel sichtbar (verzweigte Tracheenstigmen auf Stämmchen). Form und Anzahl der Äste werden als taxonomisches Merkmal herangezogen. Am Hinterende zwei kurze stiftförmige Stigmen. |
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Biologie |
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Drosophiliden kommen nicht nur in den Erlenmeyerkolben der Genetiker vor, die meisten Arten findet man bei uns in Laubwäldern, besonders an feuchten Stellen. Insgesamt sind sie aber praktisch überall anzutreffen. Dabei zeigen viele Arten deutliche Präferenzen für einen bestimmten Lebensraum. Es gibt eine ganze Reihe von Kulturfolgern, die regelmäßig in Küche, Obstlagern, in Gärten, im Kompost etc. anzutreffen sind. Viele unsere Waldarten finden sich nur in Europa, etliche der Kulturfolger sind jedoch weltweit verbreitet. |
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Imagines |
Generell sind Drosophiliden gute Flieger und gelangen so an Stellen, die von anderen Tieren oft nicht erreicht werden können. Meistens fliegen sie morgens oder abends, wenn noch Tau liegt (daher der deutsche Name). Viele Arten saugen an gärendem Obst oder Pflanzensäften. |
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Larven |
Die Larven haben die unterschiedlichsten Lebensweisen. Viele Arten, z.B. Scaptomyza pallida, sind saprophag und tragen erheblich zum Stoffumsatz abgestorbener Pflanzenmassen bei. Eine ganze Reihe von Arten (viele Scaptomyza-Arten) sind phytophag und minieren in Pflanzenstengeln oder Blättern. Andere Arten, z.B. Acletoxenus, sind räuberisch und ernähren sich von verschiedenen Pflanzensaftsaugern. Cacoxenus indagator verzehrt z.B. Honig- und Pollenvorräte in den Brutzellen von Mörtelbienen. Etliche Arten entwickeln sich in Pilzen. |
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Entwickl. |
Nach der Paarung, die mit einem spezifischen Balzverhalten verbunden ist, werden vom Weibchen bis zu 400 Eier an geeigneten Stellen abgelegt. Die Larven durchlaufen 3 Larvenstadien. Meistens werden mehrere Generation pro Jahr durchlaufen. Die Überwinterung dürfte überwiegend als Puppe im Tönnchen erfolgen. |
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Bedeutung |
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Für Genetik, Cytogenetik und Entwicklungsbiologie sind Drosophiliden unverzichtbar. In der Natur tragen sie zum Stoffumsatz bei. Eine Reihe von minierenden Arten (Scaptomyza flava) können an Kulturpflanzen schädlich werden. Trotz ihrer hohen Vermehrungsraten gibt es auch bei den Drosophiliden Arten (z.B. auf Hawaii), die stark im Rückgang begriffen, und vor dem Aussterben bedroht sind! |
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Literatur |
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Bächli, G. & Burla, H. (1985): Insecta Helvetica 7: Diptera - Drosophilidae. Schweizerische Entomologische Gesellschaft: 116 pp. |
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