Imago einer Culicidae

Fam. Culicidae

Stechmücken - Mosquitoes

[ Diptera , Nematocera ]

© Entomology at Illinois



Verbreitung

Weltweit kennt man fast 2500 Stechmücken-Arten. Sie treten in allen Erdteilen, bis hin in die arktischen Regionen auf. Die Mehrzahl der Arten (85%) ist jedoch in den tropischen Regionen beheimatet. In Mitteleuropa treten etwa 100 Arten auf.

Mücken treten in arktischen Gebieten, wie Lappland, Grönland und Sibirien, sowie in manchen Tropenzonen in ungeheuren Schwärmen auf, die einen Aufenthalt im Freien ohne Schutzkleidung unmöglich machen.
Schon Linné schrieb 1737: «Ich möchte glauben, daß diese Art nirgends auf der Erde in so unermeßlicher Menge auftritt wie in den Wäldern Lapplands, wo sie ihrer Zahl nach mit dem Staub der Erde wetteifert.«

Merkmale

Imagines

Körper

Maennchen und Weibchen von Culex pipiens

Kleine bis mittelgroße, zart gebaute Tiere mit langen Beinen. Bei den meisten Arten sind die Flügeladern und die hinteren Flügelränder mit Schuppen und Haaren bedeckt.


Sexualdimorphismus der Culicidae

Männchen und Weibchen unterscheiden sich in der Ausbildung von Antennen und Mundwerkzuegen.

MWZ

Aufbau des Stechruessels

Das charakteristische Merkmal der Culicidae ist der lange Stechrüssel. Dieser ist jedoch bei den Männchen rückgebildet und dient hier nur zur Aufnahme von Pflanzensäften und Wasser.


Stechruessel unter dem Raster

Stechruessel im QuerschnittMundwerkzeuge im Querschnitt.

Fühler

Rasteraufnahe eines Mueckenkopfes

Die Antennen der Männchen sind mit langen Haaren, die in Wirteln stehen, besetzt. Das 2. Antennenglied der Männchen ist erweitert, in ihm sitzen bis zu 30.000 Sinneszellen, die als Schweresinnesorgane und Hörorgane wirken.

Larven

Mückenlarve

Die Larven sind meist durchsichtig. Sie besitzen am Abdomenende ein Stigmenpaar, welches auf einem Höcker sitzt. Mit den fächerartigen Haarbüscheln am Hinterleib kann sich die Larve unter Ausnutzung der Adhäsion unter dem Wasser »aufhängen«. Die Mundwerkzeuge sind zu einer Art Strudelapparat spezialisiert.

Puppen

Puppe einer Stechmuecke



Biologie

Nahrung

Die Weibchen der Culicidae sind Blutsauger. Wirte sind überwiegend Warmblütler (Säuger, Vögel), allerdings auch Amphibien und Reptilien.

Blutsaugen

Culicidenweibchen beim Blutsaugen

Ablauf des BlutsaugensAblauf des Blutsaugens.

Paarung

Der hohe Flugton der Weibchen, je nach Art liegt er bei etwa 350 Herz, löst bei umherfliegenden Männchen sofort eine Begattungsreaktion aus (diese mit höherem Flugton).

Viele Mückenarten neigen zur Schwarmbildung, wobei sich diese bei den einzelnen Arten in verschiedenen Merkmalen unterscheiden kann. So treten die Männchen oft an hochgelegen Punkten in großen Schwärmen auf.

Die dadurch angelockten Weibchen werden von Männchen ergriffen und das Paar verläßt den Schwarm, um im Flug oder am Boden zu kopulieren. Die Kopula dauert meist nur wenige Sekunden.

Entwickl.

Die Jugendentwicklung der Culicidae erfolgt im Wasser. Die Eier werden dazu entweder

- in das Wasser abgelegt (Anopheles, Culex, Culiseta, Mansonia-Arten),
- oder aber an Stellen, die überflutet werden (Aedes, Haemagogus-Arten).

Aedes-Gelege können mehrmonatiges Trockenliegen überdauern. Es werden 4 Larvenstadien durchlaufen. Die Puppenruhe dauert meist nur wenige Tage.


Bedeutung

Stechmücken sind nicht nur lästig, der Stich kann auch allergische Reaktionen auslösen. Daneben können viele Mücken-Arten Krankheiten übertragen. Aedes ägypti ist für die Übertragung des Gelbfiebers verantwortlich, ca. 70 Arten der Gattung Anopheles sind Vektoren für Malaria.


sonstiges

Ist auch die Art-Bestimmung meist nur mit Spezialliteratur möglich, so kann man im Freien doch schon einige Gruppen voneinander unterscheiden.

Eine Möglichkeit der biologischen Mückenbekämpfung :-)


Literatur

Bernerth. H. & Tobias, W. (1997): Exponat des Monats Juli: Stechmücken (Moskitos) als Krankheitsüberträger. Natur und Museum, 127 (7): 240-241.


Bestimmungsübungen an Insekten

Last modified: 03.03.02