Fam. Coelopidae

Tangfliegen

[ Diptera , Brachycera , Cyclorrhapha , Schizophora , Acalyptratae ]


Wenn man am Strand entlang wandert und in den angeschwemmten Tanghaufen stochert, kann es passieren, daß diese hunderte oder tausende von Fliegen und deren Maden enthalten. Dies sind die Larven der Tangfliegen, die sich auf Algenhaufen, die am Strand angespült wurden, spezialisiert haben. Sie dürften sich aber eher von den sich massenhaft entwickelnden Bakterien ernähren, als von den Algen selbst. Füllt man einige Hände von diesen Grün-und Rotalgen inklusive der Coelopiden-Eier in eine Plastikschüssel und stellt diese an einem warmen Ort, so kann man beobachten, wie diese Algenhaufen in wenigen Tagen durch die Wirkung der Bakterien und Maden in eine weiche, flüssige homogene Masse umgewandelt wird, in der die inzwischen ausgewachsenen Larven schwimmen und sich schließlich verpuppen (Achtung, das riecht ziemlich stark!).

Coelopiden sind eine kleine Dipterenfamilie, die mit etwa 30 Arten an den europäischen Küsten vorkommen. An den deutschen Küsten finden wir allerdings nur die beiden Arten Coelopa frigida und Coelopa pilipes.

Tangfliegen durchlaufen mehrere Generationen je Jahr. Die Weibchen legen ihre Eier in kleinen Haufen in frische Algenbänke. Es werden 3 Larvenstadien durchlaufen. Die Verpuppung erfolgt weniger im Algensubstrat, daß ja sehr schnell in sich zusammenfällt, sondern häufiger in den obersten Sandschichten. Auch im Winter können die Larven in den Anwurfhaufen angetroffen werden. Durch die bakterielle Wirkung ist die Temperatur in den Haufen stark erhöht, selbst im Winter können dort Temperaturen von 20-30° C herrschen, auch wenn die Haufen oberflächlich gefroren sind.

Larven und Puppen haben zahlreiche Feinde. Neben Vögeln gibt es eine ganze Reihe von Parasitoiden, die sich ebenfalls auf diese Algenbänke spezialisiert haben und die Maden oder die Puparien parasitieren. Unter diesen Parasitoiden kommt auch eine Staphyliniden-Art der Gattung Aleochara vor.

Neben den Coelopiden gibt es allerdings noch eine Reihe weitere Fliegen-Arten aus anderen Dipteren-Familien, die diesen nicht geraden geruchsneutralen, aber um so interessanteren Lebensraum für sich erschlossen haben. Die Ökologie und Biologie der Strandfliegen wurde um 1960 intensiv in England untersucht.

Puparium von Coelopa frigida


Bestimmungsübungen an Insekten

Last modified: 03.08.01