Weibchen einer Zuckmücke

Fam. Chironomidae

Zuckmücken

[ Diptera , Nematocera ]

Männchen einer Zuckmücke

(©) Helmut Zacharias


(©) Helmut Zacharias


Verbreitung

Weltweit wurden bisher über 5000 Arten beschrieben, etwa 570 Arten kommen in der BRD vor.


Merkmale

Imagines: Mit 2-15 mm kleine bis mittelgroße Mücken, mit zartleibigem Körper, deren Mundwerkzeuge teilweise reduziert sind. Die Antennen der Männchen sind lang wirtelig behaart. Die Flügel der Chironomiden sind meist gut ausgebildet, lediglich bei einigen Arten finden bei einem oder beiden Geschlechtern Reduktionen statt.

Die Larven haben einen schlanken, wurmförmigen Körperbau. Sie besitzen einen eucephalen Kopf. Das Labium ist artspezifisch unterschiedlich differenziert, die Mandibel meist kräftig ausgebildet. Sie besitzen 3 Thorakal- und 9 Abdominalsegmente. An Beinen finden sich lediglich am 1. Thorakalsegment und am letzten Abdominalsegment ein Paar Stummelbeine, die mit Borsten und Häkchen besetzt sind. In Anpassung an die Lebensweise kann bei manchen Spritzwasserarten median zwischen den Nachschiebern ein Saugnapf ausgebildet sein.

Die Puppen der meisten Arten sind mit unterschiedlich gestalteten Prothorakalhörnchen ausgebildet, die als Atmungsorgane dienen.


Biologie

Die kurzlebigen Imagines sind keine Blutsauger (ihre reduzierten Mundwerkzeuge sind zum Stechen und Saugen ungeeignet), sie ernähren sich häufig von Nektar und Pollen. Viele Arten neigen beim Hochzeitsflug zur Schwarmbildung. Sie erfolgt bevorzugt an windstillen Tagen zu artspezifisch unterschiedlichen Tageszeiten. Meist unmittelbar nach der Paarung erfolgt die Eiablage. Je nach Art werden die Eier ins Wasser abgelegt, aus der Luft ins Wasser abgeworfen oder an Pflanzenteile oder Gegenstände in Wassernähe angeheftet.

Die Chironomidenlarven entwickeln sich überwiegend aquatisch. Dabei besitzen die einzelnen Arten ausgezeichnete Anpassungsfähigkeiten. Man findet Chironomiden auch in heißen Termen, in Gletscherseen, in Mineralquellen, selbst in Salzwasser! Sie besitzen ein geschlossenes Tracheensystem, die O2-Gewinnung erfolgt über Hautatmung. Diese wird zum Teil durch schlängelnde Körperbewegungen unterstützt, wodurch ein Wasserstrom erzeugt wird. Arten in sauerstoffarmen Gewässern fallen durch ihre rote Körperfärbung auf. Diese ist zurückzuführen auf in der Körperfärbung gelöstes Hämoglobin. Die Larven ernähren sich häufig von Detritus und Algen. Zum Teil werden Fangnetze gebaut, an denen die Nahrungspartikel haften. Man kennt auch jagende Arten, die sich von anderen Insektenlarven ernähren.

Neben den aquatischen Arten gibt es auch eine Reihe von terrestrischen Arten. Sie finden sich in feuchten Moospolstern, in Böden, sogar in Dung.

Chironomidenlarven durchlaufen überwiegend 4 Larvenstadien

Man kennt zwei Puppentypen. Bei den frei beweglichen Puppen stehen die Protorakalhörner offen mit dem Tracheensystem in Verbindung. Sie hängen zur Atmung meist unter der Wasseroberfläche und sinken bei Störungen purzelnd in die Tiefe ab. Daneben kennt man Puppen mit Wohnröhren. Hierbei handelt es sich um umgewandelte Larvalröhren. Ihre Protorakalhörner sind geschlossen. Zum Schlüpfen steigen sie zur Wasseroberfläche auf. Innerhalb weniger Sekunden schlüpft die Imago und fliegt davon.

Generationen: Bei den meisten Arten wird eine Generation im Jahr durchlaufen.


Bedeutung

Im Ökosystem als Nahrung für viele Fische von großer Bedeutung.


Bestimmungsübungen an Insekten

Last modified: 31.07.02