Fam. Ceratopogonidae

Gnitzen

[ Diptera , Nematocera ]


Gnitzen stehen in Bau und Morphologie den Chironomiden nahe. Als Blutsauger, die schmerzhafte Stiche verursachen, dürften sie die meisten Menschen eher in unangenehmer Erinnerung behalten haben. Gnitzenstiche verursachen beim Menschen bis zu 2 cm große blasige Hautschwellungen, meist verbunden mit starkem Juckreiz.


Merkmale

Imagines

Kleine, 0.5 bis 3 mm lange Mücken, mit stechend-saugenden Mundwerkzeugen. Der Körper ist meist dunkel gefärbt und gedrungen gebaut. Die Antennen setzen sich aus 13-15 Gliedern zusammen. Oft sind die relativ breiten Flügel behaart und gefleckt.

Larven

Bei vielen Arten mit einer gallertartigen oder kittartigen Substanz.


Biologie

Imagines

Die Männchen saugen an Blütensäften, die Weibchen vieler Arten saugen Blut an Wirbetieren. Es gibt aber auch Arten, die sich von der Hämolymphe von Wirbellosen ernähren, so die Weibchen von Forcipomyia eques, die an Neuropteren saugen.

Larven

Nach ihrer Lebensweise kann man die Larven in drei Gruppen einteilen:

  • Aquatische Lebensweise: hier ernähren sich die langen schlanken Larven von anderen Wassertieren, vor allem von anderen Mückenlarven.

  • Rein terrestrische Formen, die sich unter Baumrinden, in Stubben, Laub, in Humus oder verrottenden Früchten entwickeln. Andere Arten finden sich in Baumsäften, in Kuhfladen oder Ameisenbauten. In Anpassung an ihre Lebensweise mit füßähnlichen Fortsätzen am ersten und letzten Körpersegment.

  • Arten, die eine Zwischenstellung zwischen diesen beiden Gruppen einnehmen.

Eiablage

Eiablage je nach Art ins Wasser oder auf den Erdboden, auf Pflanzen oder an den Rand von Gewässern. Weibchen mancher Arten kriechen an Pflanzenstengeln etwa 0.5 cm tief unter die Wasseroberfläche um ihre Eier dort abzulegen. Man kennt auch Arten, bei denen den Weibchen ein Eifaden aus dem Hinterleib hängt. Fliegen sie nun dicht über der Wasseroberfläche, so bleibt der Eifaden haften und reißt ab.

Habitat

Teilweise in extremen Lebensräumen, wie Dasyhelea tersa, deren Larven sich in heißen Quellen bei 51°C oder sauren Thermen bei eine pH-Wert von 2,7 entwickeln!


Bedeutung

In tropischen Regionen können verschiedene Gnitzenarten auch Krankheiten übertragen.


Bestimmungsübungen an Insekten

Last modified: 04.03.02