Gallen der Buchengallmücke

Mikiola fagi (Hart.) 1839

Buchengallmücke

[ Diptera , Nematocera , Cecidomyiidae ]


Verbreitung

In Europa weit verbreitet.


Wirtspflanzen

Fagus silvatica


Biologie

Entwicklung

M. fagi durchläuft eine Generation pro Jahr

eIII-aIV

Imago der Buchengallmücke

Schlüpfen der Imagines. Diese sind braunschwarz gefärbt, Männchen besitzen einen gelbbraunen, Weibchen ein rötliches Abdomen. Mit 4-5 mm sind die Buchengallmücken für diese Familie ungewöhnlich groß.

III-IV

Nach der Kopula legen die Weibchen 200-300 Eier auf die Triebspitzen oder auf die Blattknospen der Rotbuche ab. Die Eier sind 0.3 mm lang und rotgefärbt.

IV-IX

Gallen der Buchengallmücke

Es bilden sich auf der Oberseite der Blätter mützenförmige Gallen, die im ausgewachsenen Zustand 4-12 mm hoch und 3-5 mm breit sind.

Larve der Buchengllmücke

Galle der Buchengallmücke

Galle der Buchengallmücke - Blattunterseite.


Die Gallbildung beginnt in einer Entfernung von 15-20 Zellen, von der Stelle, wo sich die Larven niedergelassen haben. Um die Larve entsteht ein Wall, der sie schließlich überdeckt und über ihr zusammenwächst. In jeder Galle findet sich nur eine Larve, die ausgewachsen eine Länge von 3-4 mm erreichen kann. Sie sind mit einer stark chitinisierten Brustgräte ausgestattet.

IX

Gallen der Buchengallmücke

Im Oktober lösen sich die Gallen vom Blatt. Die Unterseite der Galle, die spätere Ausflugsöffnung der Imagines hat sich zuvor durch einen weißen Deckel geschlossen. Die Gallen fallen zu Boden und liegen in der Blattstreu.


Die Larven überwintern in der Galle am Boden in der Laubstreu.

III

Die Verpuppung erfolgt im Frühjahr des darauf folgenden Jahres, meist im März. Die Puppenruhe beträgt etwa 15-20 Tage.

Feinde

Parasitierte Larve von Mikiola fagi

Puppe eines Parasiten

Die Jugendstadien der Buchengallmücke werden durch eine ganze Reihe von Parasitoiden-Arten befallen. In diesem Beispiel schient sich die Gallmückenlarve verpuppt zu haben. In der Tat handelt es sich aber nur um die leere ausgetrocknete Larvenhaut, in derem inneren sich die Puppe eines Lrvenendo-Parasitoiden befindet.


Bedeutung & Diagnose

Neben der Buchengallmücke Mikiola fagi tritt auf Buche außerdem noch die Buchenblattgallmücke Hartigiola annulipes auf: Die Gallen von Mikiola fagi sind jedoch größer und stets unbehaart. Sie treten außerdem früher auf.

Die Buchengallmücke kann Massenentwicklungen durchlaufen, bei denen praktisch jedes Blatt eines Baumes mit mehreren bis vielen Gallen besetzt ist. Die Assimilationstätigkeit wird dadurch beeinträchtigt und Jungpflanzen können unter Umständen absterben.

Solch ein Ausbruch konnte vor etwa 10 Jahren in Deutschland und anliegenden Staaten beobachtet werden. Nach einer gewissen Zeit brach die Population, bedingt durch natürliche Feinde, schlagartig zusammen. Die Parasitoide hatten ihre Populationsdichte derartig aufgebaut, daß Parasitierungsraten von über 99% und Anstichraten von über 700% beobachtet werden konnten. Seitdem tritt die Buchengallmücke nur noch in relativ geringen Dichten auf. Wann sie erneut zum Ausbruch kommt, kann noch nicht abgesehen werden.

Dies ist jedoch ein Musterbeispiel dafür, daß man die Ökologie einer Art nur nach langjährigen Studien verstehen kann. Die Populationsdynamik der Buchengallmücke wird deshalb seit über 10 Jahren intensiv von Dr. K.-H. Lampe (Alexander-König Museum - Bonn) untersucht.

Trotzdem ist diese Art nur von geringer forstlicher Bedeutung, da ein umfangreicher Parasitoidenkomplex regulativ wirkt und solche Massenvermehrungen schnell wieder zum Erliegen bringt oder von vorne herein verhindert.


Bestimmungsübungen an Insekten

Last modified: 14.08.02