Fam. Bibionidae

Haarmücken, Märzfliegen

[ Diptera , Nematocera ]


Obwohl die recht fliegenähnlichen Bibioniden zu den Mücken gehören, stechen sie nicht. Die gleichförmige Gliederung der Antennen macht die Zugehörigkeit zu den Mücken jedoch deutlich.


Verbreitung

Die Bibionidae sind mit ca. 400 Arten weltweit verbreitet, in Deutschland sind 16 Arten bekannt geworden.


Merkmale

Imagines

Die Gestalt der Bibioniden erinnert mehr an Fliegen als an Mücken. Meist sind sie düster gefärbt und stark behaart. Sie besitzen recht kurze Antennen, auf einer Erhöhung der Stirn sitzen 3 Ocellen. Häufig ist ein ausgeprägter Sexualdimorphismus zu beobachten, Männchen sind z.B. oft mit behaarten, übergroßen Augen ausgestattet, die fast den ganzen Kopf einnehmen. Bei Bibio nehmen die Augen bis zu 90% der gesamten Kopffläche ein. Auch können die Geschlechter unterschiedlich gefärbt sein (Männchen schwarz, Weibchen rot oder gelbbraun).


Weibchen besitzen häufig an ihren Vorderbeinen einen Grabdorn. Hiermit können sie Gänge im Boden erzeugen, in denen dann die Eier abgelegt werden.

Larven

Die wurmartigen Larven (Junglarven sind stark behaart) sind ausgesprochen weichhäutig, besitzen kräftige Mandibeln und 10 Stigmenpaare, wovon das hinterste am größten ausgebildet ist.


Biologie

Die Larven entwickeln sich im Boden. Sie ernähren dich dort von verrottenden Substanzen, können aber, besonders bei hohen Populationsdichten, Wurzeln befressen.


Bedeutung

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Die Imagines einiger dieser Arten können als Blütenbestäuber fungieren. Die Larven spielen bei den Abbauprozessen im Boden als Humusbildner eine wichtige Rolle .

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Eine Reihe von Arten können, besonders bei hohen Dichten, als Wurzelschädlinge an Gräsern und in Gärten als Schädlinge auftreten.


  • Hierzu gehört z.B. Bibio hortulanus, die Gartenhaarmücke. Die Imagines ernähren sich von Tau und Nektar. Sie erscheinen im Mai/Juni. Die Weibchen graben mit Hilfe eines Grabdornes einen Gang und legen ihre Eier in den Boden ab. Die bis zu 15 mm langen, kräftigen Larven ernähren sich normalerweise saprophag, können aber auch auf Wurzeln von Knollen und Keimlingen sowie auf unterirdische Stengelteile übergehen. Früher traten sie häufig in Schlammteicherde von Zuckerfabriken auf, die immer wieder ein Herd für Neubefall darstellten. Schaden wurde besonders an Zuckerrüben, Kartoffeln, Getreide, Saatzwiebeln und Salat erzeugt. Die Überwinterung erfolgt im Larvenstadium, die Verpuppung im März-Mai im Boden.
  • Die Larven von Bibio johannis L., die Johannishaarmücke können für Schaden an Hopfen, Lärchen und Gramineen verantwortlich sein. Die Art hat eine ähnliche Biologie wie die Gartenhaarmücke.
  • Zu erwähnen ist noch die Markusmücke Bibio marci L., die zeitweise als Schädling an Zuckerrübe, Getreide, Kartoffel, Tomate und jungen Nadelgewächsen auftritt .

Bestimmungsübungen an Insekten

Last modified: 04.07.02