Gatt. Fucellia

mit F. tergina Zetterstedt

[ Diptera , Brachycera , Cyclorrhapha , Schizophora , Acalyptratae , Anthomyidae ]


Am Spülsaum des Meeres und auf den angeschwemmten Algenbänken fallen einem oft mittelgroße Fliegen auf. Bei diesen »Tangfliegen«, deren Larven sich in den verrottenden Algenbänken entwickeln handelt es sich neben den Vertretern der Dipteren-Familie der Coelopidae mit der Gattung Coelopa überwiegend um solche aus der Anthomyiiden-Gattung Fucellia.

Verbreitung

Henning (1976) beschreibt 15 Arten dieser Gattung, davon sind 5 Arten an den deutschen Küsten anzutreffen: F. tergina Zetterstedt, F. maritima Haliday, F. fucorum Fallen, F. griseola Fallen, F. baltica Lyneborg

Biologie

Die Imagines sind ausgezeichnete Flieger. Sie halten sich auch gerne auf toten Fischen und Krebsen, sowie auf Exkrementen und faulendem Obst auf. Die Imagines sind ausgesprochen langlebig, im Labor erreichten die Tiere bei Fütterung und Ausschluß von Eiablagesubstrat ein Alter von 2-3 Monaten. Diese Langlebigkeit ist sicherlich eine Anpassung an ihren Lebensraum. Bei dem Nahrungssubstrat der Maden handelt es sich um eine unvorhersagbare Ressource, die nicht zu jeder Zeit zur Verfügung steht.

Die Weibchen legen nach einer Präovipositionsperiode ihre Eier in kleinen Gruppen von 5-30 Stück unter der abgetrockneten Oberfläche der Algenbänke ab. An manchen Stellen finden sich so auf 100 cm² zwischen 500 und 1000 Eier. Kurz nach der Eiablage sterben die Weibchen ab.

Unter Laborbedingungen schlüpfen nach 40-56 Stunden die jungen Larven aus. Als Folge ihrer, das Substrat zersetzenden Tätigkeit finden sich Maden auch in stark zerfallenen Algenhaufen, Eier jedoch überwiegend in frischem Material. Ein größere Anwurfbank kann unter Umständen 1.8 Millionen Larven enthalten.

Tönnchen von Fucellia tergina.

Nach 3 Larvenstadium erfolgt die Verpuppung. Die Altlarven vermeiden zu nasse Bereiche. Die Tönnchen finden sich deshalb seltener im Algensubstrat, öfter aber in den landeinwärts gerichteten oberen Sandschichten. Auf diese Weise wird auch ein Verlust der gesamten Populationen vermieden, wenn einmal bei Stürmen die Algenbänke weggeschwemmt werden.

Larven und Tönnchen stellen eine Nahrungsquelle für Limikolen dar.



Literatur

Heitland, W. (1985): Biologie der Fliegen (Dipteren) des Strandanwurfs und ihrer Parasiten. Staatsexamensarbeit Universität Kiel.


Bestimmungsübungen an Insekten

Last modified: 08.03.02