Diapause

[ Diapause , Quieszenz ]


Bei der Diapause handelt es sich um eine genetisch verankerte, an ein bestimmtes Entwicklungsstadium gebundene Unterbrechung der Entwicklung.

Diese Entwicklungsunterbrechung wird im Gegensatz zur Quieszenz nicht durch die vorherrschenden Umweltbedingungen kontrolliert.

Neben der obligatorischen Diapause, die bei allen Individuen einer Population unter allen Umständen eintritt, gibt es noch eine fakultative Diapause, die nur bei den Individuen eintritt, die bestimmten Umwelteinflüssen ausgesetzt sind. Sie wird durch diese gerade vorherrschenden Umweltbedingungen induziert. Die Diapause dient in den gemäßigten Breiten oft zum Überdauern kalter Jahreszeiten, in den Tropen zur Überbrückung von Trockenzeiten.


Stadien

Diapause kann in allen Entwicklungsstadien erfolgen, bei der überwiegenden Mehrzahl der Arten, tritt sie jedoch nur bei einem Entwicklungsstadium auf:
  • Eine Eidiapause ist z.B. bei Heuschrecken und Schmetterlingen häufig anzutreffen.
  • Viele holometabole Arten diapausieren als Puppe.
  • Auch Larven können diapausieren, meist stellen sie dann das Fressen ein, einige wenige Arten nehmen jedoch von Zeit zu Zeit noch Nahrung auf.
  • Schließlich kennt man auch zahlreiche Arten, bei denen die Imagines diapausieren.

Auslösende Faktoren

Dauer

Die Dauer der Diapause unterscheidet sich bei den einzelnen Arten und ist zudem abhängig von den jeweils vorherrschenden Umweltbedingungen.
  • Bei Gryllulus commodus (Orthoptera), kann sie unter günstigen Bedingungen bereits nach 15 Tagen abgeschlossen sein,
  • bei Halmwespen (Cephidae) dauert sie gewöhnlich 90-100 Tage.
  • Ein Extrem stellen z.B. Gespinstblattwespen (Pamphiliidae) dar, die bis zu 6 Jahre im Boden überdauern können.

Vorbereitungen

Vor Eintritt in die Diapause finden im Körper der Tiere meist gewisse Veränderungen statt:
  • So wird z.T. der Wassergehalt im Fettkörper reduziert.
  • Kokons von Manduca oder Puparien von Sarcophaga enthalten deutlich mehr Kohlenwasserstoffe.
  • Arten, die überwintern, produzieren oft Frostschutzmittel in ihrer Körperflüssigkeit und vermeiden somit dessen Gefrieren.

Bestimmungsübungen an Insekten

Last modified: 17.01.02