Feinde der Borkenkäfer (Scolytidae) Räuber

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Zu den Räubern gehören einige Milbenarten, die man fast immer in den Borkenkäfergängen antreffen kann. Allerdings nicht alle Milbenarten in diesen Gängen ernähren sich von Borkenkäfern und deren Jugendstadien, viele vertilgen die Abfallstoffe oder andere Kleininsekten, die sich dort aufhalten. Ihre Bedeutung für eine Populationsregulation ist noch nicht geklärt. Eine bekannte Art ist die Weichhautmilbe Tarsonemoides gableri, die Borkenkäfereier aussaugt und unter günstigen Bedingungen zur Populationsreduktion der Borkenkäfer beiträgt.

Auch Ameisen, unter ihnen v.a. die Kleine Rote Waldameise (Formica polyctena) verachten Borkenkäfer nicht. Bedeutung erhalten Ameisen vor allem zur Schwärmzeit der Borkenkäfer, wenn diese die Wirtsstämme anfliegen.

Viele Vogelarten kommen als potentielle Borkenkäferräuber in Betracht, darunter v.a. verschiedene Spechtarten, wie der Schwarzspecht (Dryocopus martius), der Kleinspecht (Picoides minor) und der Dreizehenspecht (Picoides tridactylus), der geradezu ein Borkenkäfer-Spezialist ist. Nicht bei allen Spechtarten stehen Borkenkäfer an der Spitze der Speiseliste, viele Arten bevorzugen nämlich Ameisen. Wie so oft im Falle von Räubern können auch die Spechte Ausbrüche von Borkenkäfern nicht regulieren, da ihre Vermehrungsrate mit der von Borkenkäfern nicht hinterher kommt. Sie dürften aber die Latenzphase, also die Phase, in der eine Schädlingsart in geringer Dichte auftritt, stabilisieren. Neben der 'positiven forstlichen Rolle' der Spechte als Borkenkäfer-Jäger muß man aber berücksichtigen, dass sie durch ihre Hacktätigkeit auch einen gewissen Schaden an den Hölzern verursachen können.

In den Gängen der Borkenkäfer findet man häufig die Larven der Kamelhalsfliegen (Raphidiidae), die mit ihren spitzen Saugzangen Eier und Larven der Käfer vernichten.

Zweifellos zu den wichtigen Borkenkäfer-Vertilgern gehören Vertreter der Buntkäfer (Cleridae), v.a. der Ameisenbuntkäfer (Thanasimus formicarius). Er wurde bei über 20 Borkenkäfer-Arten als Gegenspieler nachgewiesen. Eine Käferlarve vertilgt im Laufe ihrer Entwicklung bis zu 40 Beutetiere. Mortalitätsraten von bis zu 20% in Käferherden konnten nachgewiesen werden.
Es gibt noch eine ganze Reihe weiterer Käferarten, die sich von Borkenkäfer ernähren, dazu gehören Vertreter der Glanzkäfer (Rhizophagidae), der Laufkäfer (Carabidae), der Kurzflügelkäfer (Staphylinidae) und der Stutzkäfer.

Neben Käfern und Kamelhaslfliegen gibt es noch eine zahlreiche andere Insekten, die sich von Borkenkäfern ernähren. Unter den Dipteren sind es Vertreter der Xylophagidae (Holzfliegen, Asilidae (Raubfliegen), Dolichopodidae, Loncheidae und Pallopteridae (Zitterfliegen).

Bestimmungsübungen an Insekten

Last modified: 20.11.02