Oryctes nasicornis

Nashornkäfer

( Coleoptera , Scarabaeidae )

© A. Bochdansky & M. Kriftner



Der Nashornkäfer ist in Mitteleuropa der einzige Vertreter der Unterfamilie der Dynastinae, zu denen mit die größten Käfer überhaupt gehören. Ursprünglich war die Art im Mittelmeerraum beheimatet.

Merkmale

Die gedrungen gebauten Käfer erreichen eine Länge von 25-40 mm. Sie sind ober- und unterseits glänzend kastanienbraun, schwarzbraun, gelegentlich auch fast schwarz gefärbt. Der Kopf der Männchen trägt ein Horn, beim Weibchen ist dieses nur als mehr oder weniger großer Höcker ausgebildet.

Die Larven sind durch einen engerlingsartigen Körperbau gekennzeichnet. Es werden 3 Larvenstadien durchlaufen, wobei Altlarven eine Körperlänge von 10 cm erreichen können.


Biologie

Imagines

Die Imagines fliegen in der Dämmerung oder nachts. Ihre Lebensdauer beträgt nur höchstens einige Monate. Über die Art der Ernährung weis man nur wenig, vermutlich lecken sie an Baumsäften.

Eier

Die Weibchen legen im Juni/Juli ihre Eier einzeln in kleine Höhlungen in zersetzende Pflanzenstoffe, früher in faulende Gerblohe ab, heute in Mistbeete, Komposthaufen und morsches Eichenholz ab.

Larven

Die Larven besitzen eine reiche Darmflora, die die Zellulose aufarbeitet und als Eiweißlieferant dient. Ihre Entwicklungsdauer beträgt 1-5 Jahre.

Verpuppung

Die Altlarven verpuppen sich in Erdhöhlen, deren feste Wandungen sie mit Sekret zusätzlich auskleiden.

Vorkommen

Im Wald findet man sie in faulenden Vegetabilien. In früheren Zeiten traten die Nashornkäfer recht häufig in den Eichenlohen der Gerbereien auf. Mit dem Verschwinden der Gerbereien sind sie auf Komposthaufen übergegangen, deren erhöhten Temperaturen für die Entwicklung der Larven (Darmflora) förderlich ist.


Bestimmungsübungen an Insekten
Last modified: 11.06.02