Möglichkeiten der Kontrolle von Maikäfern-Ausbrüchen


Die Bekämpfung von Maikäfer-Ausbrüchen gestaltet sich nicht leicht. Es gibt theoretisch eine ganze Reihe von Verfahren, die jedoch alle ihre Nachteile haben. Außerdem findet eine Bekämpfung von Maikäfern während der Hauptflugjahre wenig Akzeptanz bei der (zumindest nicht betroffenen) Bevölkerung.

  • Mechanische Verfahren (Absammeln, Fräsen von Flächen) haben keine Effekte auf die Populationsentwicklung gezeigt.

  • Chemische Verfahren haben unerwünschte Nebenwirkungen.

  • Biologische Verfahren befinden sich noch mehr oder weniger in der Entwicklung und Erprobung. Biologische Verfahren sind z.B. das Ausbringen des insektenpathogenen Pilzes Beauveria brongniartii oder von Rickkettsien.

  • Waldbauliche Verfahren: Man versucht dabei, die Lebensbedingungen für den Maikäfer zu verschlechtern, indem man offene, vergraste Flächen möglichst schließt. Dies kann man durch Förderung der Naturverjüngung und Übernahme aller im Laufe der Sukzession ankommenden Baum- und Straucharten erreichen.


Bei einer Massenvermehrung 1939 in Hessen wurden ca. 300 Zentner Maikäfer durch Abklopfen der Bäume eingesammelt (wahrscheinlich nur 8-30% der tatsächlich vorhandenen Tiere) und als Viehfutter verwendet bzw. kompostiert. Zu dieser Zeit war das Einsammeln von Schädlingen die einzige wirksame Methode. So wurden noch vor 30 Jahren in Korea ganze Schulklassen ins Feld geschickt um mit »Stäbchen« die stark behaarten Raupen eines schädlichen Schmetterlings einzusammeln.

Literatur: Biologie und Massenvermehrung des Waldmaikäfers in der Rhein-Main-Ebene. Informationsblatt des Hessischen Ministeriums des Inneren für Landwirtschaft, Forsten und Naturschutz, 1998 .


Bestimmungsübungen an Insekten

Last modified: 23.07.01