Imago eines Feldmaikäfers

Melolontha hippocastani F. &

M. melolontha L.

Waldmaikäfer & Feldmaikäfer

[ Coleoptera , Scarabaeidae ]

© A. Bochdansky & M. Kriftner



Wirtspflanzen

Die Imagines verursachen einen Reifungsfraß an Blättern und Nadeln von Laubbäumen und Lärchen, nur in der Not an anderen Nadelbaum-Arten. Die Larven fressen an Wurzeln aller Art.


Merkmale

Wald- und Feldmaikäfer stimmen in ihren Merkmalen weitgehend überein, weswegen sie hier auch zusammen behandelt werden. Zur Differenzierung der beiden Arten gibt es eine Reihe von Merkmalen, die aber auf Grund ihrer Variabilität als Kombination herangezogen werden müssen.

Imagines

M. hippocastani

M. melolontha

Länge 20-25 mm, die Elytren sind rotbraun und mit einem schwarzen Saum versehen.

Länge 25-30 mm mit rotbraunen Elytren.

3. Fühlerglied beim Männchen mit einem Zahn.

3. Fühlerglied beim Männchen einfach.

Pygidium mit Aftergriffel, dieser schmal verengt und an der Spitze wieder verbreitert.

Pygidium in ziemlich breiten, sich allmählich verschmählernden Aftergriffel ausgezogen.

Männchen mit großen, Weibchen mit kleinen Fühlerkeulen, zahlreiche Farbvarianten.

Entwicklung

Es gibt keine zuverlässigen Merkmale für die Unterscheidung der beiden Arten.

Larve des Maikäfers

Die Engerlinge sind mit 4-gliedrigen Fühlern und gut ausgebildeten Brustbeinen ausgestattet, diese nehmen von vorn nach hinten an Länge zu. Die Abdominalsegmente 1-6 sind dicht mit Dörnchen besetzt. Der Afterspalt ist quer ausgerichtet, über ihm inserieren in einer Doppelreihe 26 Dörnchen. Es werden 3 Larvenstadien durchlaufen. Die Altlarven erreichen eine Körperlänge von 5-6 cm.


Biologie

Die Generationen sind 3-, 4- oder 5-jährig.

Die Imagines kommen im April/Mai aus dem Boden. Ihre Lebenserwartung liebt bei 4-7 Wochen. In dieser Zeit verursachen sie ein Reifungsfraß an den Bäumen.

Mailkäfer

Der Fraß ist 'verschwenderisch'. Das Schwärmen beginnt in der Dämmerung bei Temperaturen über 8-9 Grad C und dauert bis zur Dunkelheit.

Die Weibchen legen in 10-20 cm Tiefe jeweils 20-40 Eier in Gruppen in den Boden ab (Dauer 3-4 Tage). Sie kommen noch einmal, selten zweimal, zur Eiablage, allerdings nach einer 14-tägigen Reifungszeit. Insgesamt kann ein Weibchen 60-80 Eier ablegen. Die Embryonalentwicklung liegt bei 6-8 Wochen.

Die Junglarven ernähren sich zunächst von zarten Wurzelfasern und Humusstoffen. Ältere Larven gehen jede Art von Wurzel an. Sie stellen im Herbst das Fressen ein (bei Bodentemperaturen unter 10-11 Grad) und überwintern tiefer im Boden. Der Wurzelfraß wird im April des darauf folgenden Jahres fortgesetzt.

Im 2., 3. oder 4. Jahr nach dem Flugjahr sind die Engerlinge ausgewachsen. Sie fertigen in 20-30 cm Tiefe eine eiförmige Puppenwiege an und wandeln sich über ein Vorpuppenstadium in die Puppe um. Die Puppenruhe beträgt ca. 6 Wochen. Der Käfer verbleibt in der Puppenwiege und überwintert darin.


Bedeutung

Schaden

Die Maikäfer gelten auch heute noch als bedeutende Schädlinge vor allem im Obst- und Weinbau. Der Hauptschaden ergibt sich aus dem Wurzelfraß der Engerlinge. In Landwirtschaft und Forst sind sie eher von geringerer Bedeutung, jedoch können sie bei starkem Befall Pflanzen zum Absterben bringen. Dies gilt v.a. in Forstbaumschulen, in Pflanzgärten und Kulturen. Aber auch Stangenhölzer können bei hohem Engerlingsaufkommen Schaden nehmen. Maikäfer durchlaufen typische Massenwechsel von etwa 30-45 Jahren.

Diagnose

Der Larvenfraß bewirkt ein Welken von Blättern, Nadeln und Trieben. Die Pflanzen lassen sich leicht aus dem Boden herausziehen, da die Wurzelverankerung fehlt. Die feinen Seitenwurzeln fehlen, stärkere Hauptwurzeln sind geschält.

Ausbrüche

R. Mai hatte nicht unbedingt recht mit seinem Lied 'Es gibt keine Maikäfer mehr.'

Kontrolle

Möglichkeiten der Kontrolle.


Sonstiges

Übrigens, angeblich schmecken Maikäfer gut!

Es hat auch schon Gerichtsverhandlungen gegen Maikäfer gegeben!

Was sind 'Kaiser', 'Müller' und 'Schornsteinfeger'?


Literatur

Kovac, D. (1998): Exponat des Monats: Der Maikäfer. Natur und Museum, 128 (5): 156-158.

Bestimmungsübungen an Insekten

Last modified: 26.04.03