Ölkäfer - Meloidae

Meloidae

Ölkäfer, Pflasterkäfer

( Coleoptera )

© Uwe Schneehagen



Ölkäfer sind durch eine besondere Lebensweise gekennzeichnet: Die Larven entwickeln sich parasitisch in den Nestern von Bienen oder von Heuschreckeneiern.


Verbreitung

Weltweit sind etwa 2.500 Arten beschrieben worden. In Europa kommen etwa 140 Arten vor, von den die meisten Arten trockenwarme Gebiete bevorzugen, so daß der Artenreichtum in Europa zum Balkan und am Mittelmeergebiet rasch ansteigt. In Mitteleuropa kommen ca. 35 Arten vor.


Merkmale

Imagines

Ölkäfer, Meloidae

Weichhäutige, mittlere bis große Käfer mit einer Länge von 6-40 mm. Der Kopf ist auffallend groß, herabgebogen und deutlich abgeschnürt. Die Elytren sind oft reduziert und leicht klaffend. Viele Arten sind flugunfähig.


Ölkäfer, Meloidae

Ölkäfer, Meloidae

Larven


Triungulinus-Larven (s. Lebensweise ).


Biologie

Eier

Innerhalb von 2-4 Wochen legen die Weibchen ihre Eier in der Nähe ihrer Wirte oder weit davon entfernt in oder auf den Erdboden ab, seltener auf Blüten oder in die Zellen der Wirtsnester. Die Eizahl ist variabel, liegt bei 2000-4000 Eiern kann aber bei manchen Arten auf 10.000 Eier ansteigen. Die hohe Eizahl ist eine notwendige Anpassung an die parasitische Lebensweise. Die Eizeit beträgt meist 1-4 Wochen.

Larven

Die winzigen (2 mm) Junglarven werden auch als Triungulinus-Larven bezeichnet. Sie besitzen dreiklauige Beine, mit denen sie sich an einem Wirt festklammern können. Sie suchen ihren Wirt entweder aktiv auf (meist Eigelege von Heuschrecken) oder lassen sich von den Imagines ihrer Wirte eintragen (Bienen). Letzteres wird auch als Phoresie bezeichnet. Diese Form des Parasitismus ist natürlich mit großen Risiken verbunden und erklärt die hohe Eizahl der Weibchen. Die in die Bienennester gelangten Junglarven fressen zunächst das Bienenei und anschließend den Vorrat in der Zelle. Dabei wird die Eischale als Floß benutzt, um nicht in dem Brei zu versinken. Das 2. Larvenstadium ist carabiform, die späteren engerlingsartig.

Puppen

Die Überwinterung erfolgt meist in einem Scheinpuppenstadium (Larve, die in der letzten Larvenhaut liegt). Im Frühjahr erfolgt schließlich die Puppenbildung. Scheinpuppenstadium und Puppenbildung geschehen entweder in der Zelle oder im umgebenden Erdreich. Von diesem Ablauf gibt es bei den einzelnen Arten jedoch verschiedenste Abwandlungen.

Besonderheit

Reflexbluten bei einem Ölkäfer

Im Blut vieler Ölkäfer ist das giftige Cantharidin enthalten. Bei Gefahr können die Tiere aus den Poren in ihren Beingelenken Blut austreten lassen. Diese Abwehrmaßnahmen sind allerdings nur gegen einen Teil der Freßfeinde wirksam (z.B. Ameisen & Laufkäfer). Für manche Blumenkäfer (z.B. Notoxus monocerus, Anthicidae) stellen Ölkäfer jedoch eine Delikatesse dar.


Bedeutung

  • Bei einigen Arten kann der Fraß der Imagines in der Landwirtschaft Schaden verursachen (z.B. Epicauda rufidorsum in Osteuropa an Kartoffeln, Zuckerrüben und in Kleefeldern).

  • Positiv anzusehen sind Arten die Heuschreckeneier befallen. Allerdings scheint ihre populationsregulierende Wirkung nur relativ gering zu sein.

Mehr zu Ölkäfern in Parasitoide-Online.


Bestimmungsübungen an Insekten

Last modified: 11.02.02