Stadien von L. navale

Lymexylon navale L.

Schiffswerftkäfer - Timber beetle, Ship-timber beetle

( Coleoptera , Lymexylonidae )

© Lehrstuhl f. Ang. Zoologie, TUM


Der Schiffswerftkäfer erhielt seinen Namen von Linne, der ihn 1746 auf einer Schiffswerft in Göteborg in einem Eichenstapel fand. Er gilt als ernster Schädling des Eichenholzes.

Verbreitung

Über ganz Europa verbreitet.


Wirtspflanzen

Eichen (Quercus)


Merkmale

Imagines

Größe 7-13 mm, Kopf schwarz, Halsschild rotgelb, Elytren der Männchen schwarz, die der Weibchen oft nur an den Elytrenspitzen.

Männchen: 3. Glied des Maxillartasters mit geweihartigen Fortsätzen.

Larven

Schlank, weichhäutig, weißlich, im ausgewachsenen Zustand 7-13 mm. Prothorax charakteristisch kapuzenartig vergrößert. Letzte Hinterleibssegment blasig aufgetrieben und nicht zugespitzt (Unterschied zu Hylecoetus dermestoides).


Biologie

Generationen

Die Generationsdauer ist noch nicht genau geklärt, dürfte aber 1 bis 2-jährig sein.

Imagines

Flugzeit Ende Mai bis Juli. Flug besonders Nachmittags in der Hitze.

Eier

Eiablage in Gruppen von 5-15 Stück in Risse von Stämmen oder in Einbohrlöcher andere Insekten.

Larven

Die Gänge sind zunächst haarfein (weswegen der Käfer oft auch als Haarwurm bezeichnet wird), werden dann zunehmend breiter. Sie verlaufen horizontal, streckenweise schnurgerade in radialer Richtung zur Stamm-Mitte, und sind dicht mit Bohrmehl angefüllt. Schließlich biegen sie um und führen parallel verlaufend zum Eibohrloch zurück. Teilweise können sekundäre Ernährungsgänge senkrecht zu den Hauptgängen angelegt werden.

Das Bohrmehl wird mit dem blasigen Hinterende festgepreßt und nicht ausgeworfen. Der Schiffswerftkäfer ist im Gegensatz zu Hylecoetus dermestoides kein Pilzzüchter! Die Gänge können eine Länge von maximal 2 m erreichen.

Puppen

Zum Ende der Larvalentwicklung biegt die Larve um und frißt sich Richtung Einbohrloch vor, wo die Verpuppung erfolgt.


Forstliche Bedeutung

I.d.R. befällt der Schiffswerftkäfer Stöcke und liegende Stämme, kann aber auch geschwächte Bäume befallen. Er gilt als bedeutender Eichenschädling, da die Gänge bis zum Kern reichen können.

Schaden

Oft fällt der Befall erst dann auf, wenn die Ausfluglöcher (Ø 1.5-2.5 mm) gebildet worden sind.

Schutzmaßnahmen

An befallenem Holz braucht keine Bekämpfung mehr durchgeführt werden, da dieses trockene Holz nicht mehr neu besiedelt wird. Im Wald empfiehlt sich als Vorbeugung die sofortige Abfuhr gefällter Eichenstämme. Entrinden allein bietet keinen vollständigen Schutz gegen den Schiffswerftkäfer, so daß bei Lagerung im Wald zur Hauptflugzeit u.U. ein Bespritzen der Stämme mit einem chemischen Mittel erwägt werden muß.


Bestimmungsübungen an Insekten

Last modified: 25.04.02