Fam. Dytiscidae

Schwimmkäfer - Predaceous Water Beetles

[ Coleoptera ]

Cybister - © Holger Schoepke


Die räuberischen Imagines und Larven der Dytisciden halten sich, von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, überwiegend im Wasser auf. Der bekannteste Vertreter dieser großen Familie ist sicherlich der Gelbrandkäfer (Dytiscus marginalis).


Verbreitung

Dytisciden sind weltweit verbreitet, man kennt von dieser Familie immerhin über 3200 Arten. Dytisciden findet man in den verschiedensten Gewässern: Teiche, Seen, Bäche, Flüsse, zum Teil sogar im Brackwasser. Zur Ausbreitung können die flugfähigen Tiere auch größere Strecken überwinden.


Merkmale

Imagines

Gelbrandkäfer, Dytiscus marginalis

Die Imagines sind überwiegend stromlinienförmig dorsoventral abgeflacht. Mittel- und besonders Hinterbeine sind zu Schwimmbeinen umgebildet.

Larven

Gelbrandkäfer-Larve an der Wasseroberfläche.

Kopf flach, 6+6 Ocellen, mächtige Mandibeln, die mit Saugrinnen ausgestattet sind (s.u.).


Biologie

Ernährung

Imagines und Larven sind ausgesprochene Räuber, die auch Beute anfallen, die ihre eigene Körpergröße übersteigt.

Schwimmkäferlarve mit Beute.

Im Gegensatz zu den Käfern verdauen die Larven ihre Nahrung extraintestinal: Die mächtigen Mandibeln sind an der Innenseite mit verdeckten Rinnen ausgestattet, durch die Gift und Verdauungssekret in die Beute injiziert wird. Die Beute wird so zersetzt und die entstehende Flüssigkeit aufgesaugt.

Entwicklung

Die Kopula erfolgt im Wasser. Bei den Männchen sind in Anpassung an diese Lebensweise die ersten 3 Tarsalsegmente des Vorderbeins zu einem Saugnapf umgebildet. Mit diesem können sie sich auf dem Halsschild der Weibchen festheften. Durch Ausscheidung eines Drüsensekrets kann der Ansaugeffekt noch verstärkt werden.

Die Eiablage erfolgt ebenfalls im Wasser, zum Teil werden die Eier in Pflanzengewebe versenkt. Wie die Imagines müssen auch die Larven regelmäßig zum Gasaustausch an die Wasseroberfläche. Sie durchlaufen 3 Larvenstadien und begeben sich anschließend an Land, um sich unter Steinen, in der Erde der in einer Puppenwiege zu verpuppen. Eine Verpuppung im Wasser ist eher eine Ausnahme. Die meisten Arten überwintern als Imagines auf dem Trockenen (unter Moos, Streu, etc.) oder im Wasser. Nur relativ wenige Arten überwintern als Larve oder Ei.

Schwimmen

Die Imagines sind ausgezeichnet Schwimmer. Die Schlagfrequenz der Beine ist artabhängig und bei kleineren Arten höher als bei den großen Arten: Bei Hydroporus liegt sie bei 16 Schlägen pro Sekunde, bei Dytiscus nur bei 2 Schlägen pro Sekunde. Die Beine werden beim Ruderschlag gestreckt und bei der Rückbewegung abgewinkelt, wodurch der Wasserwiderstand minimiert wird.

Atmung

Atmung des Gelbrandkäfers

Imagines und Larven müssen regelmäßig zur Wasseroberfläche, um ihren Luftvorrat zu erneuern. Dazu finden sich spezielle Anpassungen. Die Imagines besitzen unter den Flügeldecken einen Hohlraum, in dem die Luft gespeichert werden kann. Der Gasaustausch erfolgt dadurch, daß sie sich mit dem Hinterleibsende unter die Wasseroberfläche hängen und durch Pumpbewegungen den Luftvorrat erneuern.

Feinde

Auch diese Insekten haben ihre Feinde. So befällt die winzige Zwergwespe Caraphractus cinctus (Mymaridae) die Eier der Gelbrandkäfer. Dabei können diese Parasitoiden-Weibchen die Eier im Wasser auffinden und mit den Fühlern abtasten, um so die passende Anzahl der abzulegen Eier zu bestimmen.


Eine ganze Reihe an Schwimmkäfer-Arten stehen auf der Roten Liste und sind bei uns geschützt.


Systematik

Die Dytisciden werden in folgende Unterfamilien unterteilt:

Copelatinae Van den Branden 1885

Laccophilinae Gistel 1856

Hydroporinae Aube 1836

Colymbetinae Erichson 1837

Dytiscinae Leach 1815

Aubehydrinae Guignot 1942


Weibchen des Gelbrandkäfers, Dytiscus marginalis

Imago und Larve des Gelbrandkäfers.


Bestimmungsübungen an Insekten

Last modified: 13.03.02