Eingewanderte oder eingebürgerte Arten, 'invading species'

[ Invading Species , Fische , Reptilien , Vögel , Nager & Carnivoren , Wirbellosen ]


Zahlreiche Tier- und Pflanzenarten wurden in den letzten Jahrhunderten aus den unterschiedlichsten Gründen durch den Menschen in andere Lebensräume eingeführt. Dabei handelt es sich sowohl um beabsichtigte, als auch um nicht beabsichtigte Einführungen. Viele Arten vertrugen die neuen Lebensbedingungen nicht und starben wieder aus. Ein Teil jedoch konnte die dort vorherrschenden Bedingungen ertragen und sich so in dem neuen Lebensraum etablieren.

Oft fehlte es dann an natürlichen Gegenspielern, die ihre Ausbreitung begrenzte, die Folge war eine ungehinderte Vermehrung und so wurden diese Arten oft zu echten Problemfällen.

Manche Arten wurden zu wirtschaftlichen Schädlingen und verursachten durch ihre Fraßtätigkeit große Schäden. Noch schlimmer sind jedoch oft die Auswirkungen auf das Ökosystem: heimische Arten gingen in ihrer Dichte zurück, viele starben sogar aus. Besonders betroffen sind so empfindliche Ökosysteme wie die auf Neuseeland, Hawaii etc.


Auch in Mitteleuropa wurden aus den unterschiedlichsten Gründen Wirbeltiere eingeführt. Die Gründe sind vielfältig. Mufflon und Damhirsch wurden eingeführt, um 'etwas mehr Abwechslung' in die Jagd zu bringen, der Marderhund zur Pelzgewinnung. Auch heute noch gelangen aus aller Welt Amphibien, Reptilien und Vögel nach Europa, die, wenn nicht mehr gewünscht, dann oft ausgesetzt werden. Manche Arten schafften es, die kalten Wintermonate zu überstehen und sind zu einem festen, meist nicht gewünschten Bestandteil unserer Natur geworden.

Eingebürgerte Tierarten werden auch Neozoën (Singl.: Neozoon) genannt, eingebürgerte Pflanzenarten Neophyten.


Literatur

Kegel, B. (1998): Die Ameise als Tramp. Heyne Verlag, München: 447 S.

Williamson, M. (1996): Biological Invasions. Population and Community Biological Series 15, Chapman & Hall: 244 S.


Bestimmungsübungen an Vögeln und Säugern

Last modified: 22.02.03