[ Intro , Merkmale , Bestimmung , Systematik ]

U.-Ord. Serpentes

Schlangen

[ Reptilia , Squamata ]

© Richard & Monika Fellinger



  • Bauch nur 1 Reihe großer, breiter Hornschuppen.

  • Keine Beine oder höchstens winzige Spuren von Hinterbeinen.
  • Nicht verschließbare Augen. Die Lider sind zu einer durchsichtigen Augenkapsel verwachsen ('Brille').

Hinsichtlich der Stellung und Ausformung der Zähne lassen sich bei Schlangen vier Gruppen unterscheiden:
Aglyphe Ausformung der Zähne bei Schlangen
Aglyphe: Die Zähne des Oberkiefers besitzen weder eine Furche noch einen Kanal. Fangzähne zur Giftinjektion fehlen. Alle Schlangen dieser Gruppe sind nicht giftig.
Opistoglyphe Ausformung der Zähne bei Schlangen
Opistoglyphe: Die Zähne des Oberkiefers sind mehr oder weniger gleich gebaut mit Ausnahme der hintersten, die in ein oder mehrere Paare längsgefurchter Giftzähne differenziert sind. Solche Schlangen werden als 'bedingt giftig' eingestuft. Zu dieser Gruppe gehören einige Gattungen aus der Familie der Nattern (Colubridae).
Proteroglyphe Ausformung der Zähne bei Schlangen
Proteroglyphe: Zwei feststehende Fangzähne im vorderen Oberkiefer mit Längsfurche und ausgebildetem Innenkanal sind charakteristisch für diese Gruppe, zu der Giftschlangen aus den Familien der Giftnattern Elapidae (z.B. Kobras, Mambas) und Seeschlangen (Hydropheidae) gehören.
Solenoglyhe Ausformung der Zähne bei Schlangen
Solenoglyphe: Diese Schlangen besitzen den höchstentwickelten Giftapparat. Im vorderen Oberkiefer liegt ein Paar großer, kanalisierter Fangzähne. Sie sind ähnlich gebaut wie die Kanüle einer Injektionsspritze. Diese Giftzähne liegen bei geschlossenem Fang horizontal. Sie sind mit einem beweglichen Kieferknochen verbunden. Wenn die Schlange den Fang zum Biß öffnet, können diese Giftzähne wie bei einem Klappmesser durch Muskelkontraktion im rechten Winkel zum Kiefer aufgerichtet werden. Schlangen dieser Gruppe alle giftig oder sehr giftig. Zu ihnen zählen die Vertreter aus den Familien der Vipern (Viperidae) und Grubenottern (Crotalidae), von denen die in Nord- und Mittelamerika vorkommende Klapperschlange die bekannteste Art ist.

Grubenorgan der Schlangen

Kopf einer Klapperschlange Crotalus viridis mit dem Grubenorgan, das paarig auf jeder Seite unterhalb der Verbindungslinie zwischen Augen und Nasenöffnungen vorhanden ist. Vipern besitzen ebenfalls solche Wärmesinnesorgane.

"Wärmeaugen" der Schlangen

Mit den 'Wärmeaugen' können diese Giftschlangen Wärmestrahlung im Bereich von 1,5 - 15 nm wahrnehmen und Temperaturunterschiede von 0,005°C wahrnehmen. Auf diese Weise können warmblütige Beutetiere auch bei völliger Dunkelheit geortet werden.

Das Grubenauge ist ähnlich wie ein 'Lochkamera-Auge' gebaut und ermöglicht ein einfaches Richtungssehen. Die Wärmequelle kann somit lokalisiert werden.

Das Gesichtsfeld der Schlangen

Die beiden sich überschneidenden 'Gesichtsfelder' der Infrarotaugen von oben gesehen. Während das gesamte Gesichtsfeld beider Organe über 180° beträgt, ist der binokulare Bereich vor dem Tier relativ schmal. Die Schlange weiß, wohin sie stoßen muß, wenn sich das anvisierte Beutetier im schwarzen Bereich befindet.


Bestimmungsübungen an Vögeln und Säugern

Last modified: 01.06.02